Weil Sina leben muss

Foto: WAZ FotoPool

Kamp-Lintfort..  Schon weit vor 11 Uhr standen am gestrigen Vormittag die ersten Freiwilligen zur Typisierungsaktion auf dem Schulhof der Ernst-Reuter-Schule. Und es war sofort zu sehen: Die Aufrufe über die Medien, über Facebook, aber auch über Freunde und Bekannte, haben ihr Ziel erreicht. Zur Typisierungsaktion „Hilfe für Sina“ sind ganz viele Menschen gekommen, die dem zehnjährigen Mädchen, das an MDS erkrankt ist, helfen wollen. Weil sie es können und es ihnen nicht egal ist, wenn jemand an einer tödlichen Krankheit leidet. Denn einen passenden Knochenmarkspender zu finden, ist Sinas einzige Hoffnung auf eine gesunde Zukunft.

Am Eingang des Schulgebäudes steht Melanie Boi und meint: „Ich bin sehr überwältigt über die große Resonanz.“ Sie hilft in der Organisation des Tages mit, „einfach als Mutter“, und leitet die ankommenden Spender zum richtigen Eingang weiter. Von dort geht es zu einer kleinen Einweisung. Es folgen Anmeldung, Zwischenkontrolle, Blutspende und eine Endkontrolle, ob die Daten auf dem Röhrchen mit der Blutprobe korrekt sind.

Um 14 Uhr sind schon 1000 Spender registriert. „Ich habe heute so viele tolle, liebe Menschen kennengelernt“, freut sich Sinas Mutter Daniela Grundmann. Auch viele Freunde und Bekannte sind da, oft ist sie den Tränen nah. Auf dem Schulhof ist derweil jede Menge los. Eltern haben 300 Kuchen gespendet. 150 freiwillige Helfer sind unterwegs, geben Kaffee und Kuchen aus, bieten türkische Pizza an. Ein Kindertrödelmarkt ist aufgebaut. Es herrscht ein bisschen Volksfeststimmung an diesem sonnigen Tag. Der gesammelte Erlös wird an die DKMS gespendet, denn jede Typisierung kostet 50 Euro. Die Teilnehmer müssen nichts bezahlen, dürfen aber gern auch Geld spenden.

„Schön, was hier auch drumherum alles passiert. Und heute hat alles gepasst“, erklärt auch Walburga Heymann. Schon lange wollte sie sich typisieren lassen: „Es kann ja jeden treffen. Und noch darf ich spenden“, so die 52-jährige Kamp-Lintforterin. Bei 55 Jahren liegt die Altersgrenze. Auch ihre Tochter ist dabei. Sie hat eine direkte Beziehung zum Ort: „Ich bin hier zur Grundschule gegangen.“ Beide kennen Sina zwar nicht persönlich, wollen aber gern helfen.

Dem 22-jährigen Christian Terlinden ist nach der Blutspende „leicht schwummerig.“ Zum Glück sind viele Ärzte vor Ort und nach 10 Minuten ist sein Kreislauf wieder fit.

Die Besucher staunen über die rund dreihundert Motorräder, die nahe dem Schulgelände geparkt sind. „Meine Tochter ist mit Sina befreundet“, sagt dazu Siggi Pfeffer, Kamp-Lintforter und Präsident des Gremium Motorrad-Clubs Krefeld. „Viele von uns haben selbst Kinder und wollen helfen.“

 
 

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