Was liegt wirklich im Eyller Berg?

Luftbild und Karte des Eyller Berges, Stadt Kamp-Lintfort
Luftbild und Karte des Eyller Berges, Stadt Kamp-Lintfort
Foto: NRZ

Kamp-Lintfort.  Fällt der Begriff „Eyller Berg“, dürften die meisten Niederrheiner an die Giftmülldeponie der Eyller Berg-Abfallgesellschaft (EBA) denken, die in den letzten Jahren nicht aus den Schlagzeilen kam. Dass unter dem Berg indes mehr gefährliche Stoffe lagern könnten als bislang bekannt, wurde auf einer Pressekonferenz deutlich, zu der die Hochwasserschutz-Initiative (HWS) am Niederrhein und die Kreistagsfraktion der Unabhängigen Wähler-Gemeinschaft (UWG) eingeladen hatten.

Hans-Peter Feldmann, HWS-Sprecher und sachkundiger Bürger für die UWG im Kreistag, war drei Jahrzehnte Stabsstellenleiter im Bergbau. „Ich will keine schmutzige Wäsche waschen“, stellte er vorab klar, aber es eine Tatsache, dass früher Hydraulik- und Maschinenöl in die Loren gekippt und so als Abfall im Bergbauteil der Deponie Eyller Berg gelandet sei. Außerdem sei gefördertes Bergbaumaterial niemals grundwasserneutral. Und sowohl der Bergbauteil als auch die ehemalige Hausmülldeponie besäßen keine Basisabdichtung.

Martin Kuster, Chef der VWG-Kreistagsfraktion, wollte es genau wissen und nahm Akteneinsicht. „Der Kreis Wesel forderte eine Gefährdungsabschätzung“, so Kuster, doch dies sei von der Bezirksregierung abgelehnt worden. Die Begründung, die auch der Bergbau lieferte, sei folgende gewesen: dauert zu lang, ist zu teuer, das seien ohnehin nur Waschberge, außerdem wisse man nicht was passiert, wenn man den Berg zwecks Probenentnahme anbohre.

Laut Otto Sartoriusexistieren Zeitzeugen

Umweltaktivist Otto Sartorius, der seit Jahrzehnten gegen die vom Eyller Berg ausgehenden Umweltgefahren kämpft, erklärte, dass es Aussagen von Zeitzeugen gebe, die von giftigen Kokereiabfällen auf dem Bergbauteil berichten.

UWG-Chef Martin Kuster verwies auf das Atommüll-Endlagers Asse: Die Probleme hätten so lange unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit verborgen bleiben können, bis die Verantwortlichen aus ihren Positionen verschwunden waren. „Wir müssen am Ball bleiben“, so Kuster.

 
 

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