Wahrzeichen der Technikgeschichte

Vinner Wasserturm, erbaut 1901, seit 1999 unter Denkmalschutz
Vinner Wasserturm, erbaut 1901, seit 1999 unter Denkmalschutz
Foto: NRZ

Moers..  Als der Vinner Wasserturm vor 113 Jahren in Betrieb ging, war er mit seinen fast 40 Metern das höchste Gebäude in der Stadt Moers. Majestätisch thronte er über der Grafenstadt und war für die zentrale Trinkwasserversorgung ihrer Einwohner von großer Bedeutung. Zwar ist er seit Mitte der 1960er Jahre außer Betrieb, aber noch heute ist der Vinner Wasserturm eines der Wahrzeichen von Moers. Und das wird auch so bleiben. Denn vor 25 Jahren ließ ihn die Stadt unter Denkmalschutz stellen.

Mit gutem Grund, wie Gudrun Rapp von der Unteren Denkmalbehörde in einer Pressemitteilung der Enni Energie & Umwelt erklärt: „Der Vinner Wasserturm ist nicht nur ein Repräsentant zeitgenössischer Bauformen für technische Anlagen, sondern auch ein wichtiges Dokument für die Technikgeschichte.“

Die Geschichte des Vinner Wasserturms begann Ende des 19. Jahrhunderts. Während die Gaslaternen damals bereits zum Alltag gehörten, mussten sich die Bürger bis dato über Pumpengemeinschaften und Einzelbrunnen selbst mit Trinkwasser versorgen. Schließlich beschlossen die Moerser Stadtverordneten den Aufbau einer zentralen Trinkwasserversorgung und den Bau des Wasserwerkes, der von der Grundsteinlegung bis zur Inbetriebnahme im Jahr 1901 nur wenige Monate dauerte. Als nun höchstes Gebäude in der Stadt konnte der Turm den nötigen Wasserdruck von vier Bar aufbauen und war überdies als Aussichtspunkt beliebt: Bürger konnten ihn für zehn Pfennige besteigen und einen herrlichen Ausblick über die niederrheinische Landschaft genießen.

Den Krieg überstand der Wasserturm fast unbeschadet und erst Mitte der 1960er Jahre hatte er ausgedient. Als Wasserspeicher dienen seit dem große Erdbehälter, für den nötigen Wasserdruck sorgen Pumpen und eine hochmoderne Technik.

Doch noch heute nutzt die Enni Energie & Umwelt den Wasserreichtum in Vinn. Bis zu 600 000 der etwa acht Millionen Kubikmeter Wasser, die sie pro Jahr fördert, stammen aus den Brunnen auf dem Gebiet rund um den Wasserturm. Dies ist nach wie vor an das 1000 Kilometer lange Leitungsnetz angeschlossen, über das die Enni die rund 140 000 in Moers und Neukirchen-Vluyn lebenden Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Regelmäßig bietet Enni übrigens Führungen über das Gelände an und zeigt Grundschulkindern, wie der Wasserkreislauf und die Trinkwasserversorgung funktionieren.

 
 

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