Vorstand schmeißt die Brocken hin

Harry Seelhoff
x Foto: Volker Herold / WAZ FotoPool
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Moers.  Muss das zuständige Amtsgericht in Kleve ein zweites Mal einen Notvorstand für den Tierschutzverein einsetzen? Die geradezu katastrophal verlaufene Jahreshauptversammlung legt dies zumindest nahe. Die Mitglieder müssen sich einmal mehr fragen, ob der Tierschutzverein noch einen funktionsfähigen Vorstand besitzt. Oder eben nicht.

Mitglieder und Vorstand hatten sich zwar pünktlich gegen 19 Uhr im Haus Engeln eingefunden, aber das war’s auch schon. Denn noch bevor der Vorsitzende Rolf-Peter Paßlack die Versammlung offiziell eröffnete, begann die Schlammschlacht: Sollte sein Stellvertreter Volker Wichow nicht das Podium verlassen, so werde er, Paßlack, den Saal verlassen. Woraufhin sich Wichow beeilte zu erklären, Paßlack sei längst zurückgetreten.

Einige hektische Minuten später verkündete Paßlack, die Sitzung sei noch nicht und werde auch nicht eröffnet, bis Wichow vom Vorstandstisch verschwunden sei.

Versammlungsleitung völlig konfus

Die Mitglieder sollten Wichow aus dem Verein ausschließen, dann müsse dieser den Saal unverzüglich verlassen. Wie allerdings die Mitglieder einen Beschluss fassen sollen, wenn der Vorsitzende sich weigert, die Versammlung zu eröffnen, blieb wohl nicht nur den Mitgliedern, sondern auch dem Vorsitzenden selbst höchst unklar.

Gegen 19.20 Uhr kam Paßlack dann auf die Ordnungsmäßigkeit der Einladung zu sprechen: Falls auch nur ein Mitglied an diesem Abend oder auch später Einspruch einlege, sei die Versammlung ungültig. Die Frage, ob bereits ausgetretene Mitglieder im Raum seien, interessierte da schon offensichtlich kaum einen mehr.

So ging es munter weiter. Rolf-Peter Paßlack verkündete, er habe beim Registergericht in Kleve den Antrag gestellt, das Gericht möge prüfen, ob Wichow die Fähigkeit zum Vorstandsmitglied besitze. Prompt kam aus der Versammlung der Zuruf an Paßlack: „Sie sind für mich das Unfähigste, was rumrennt.“ Kurz darauf versuchte Paßlack erneut, ohne die Sitzung eröffnet zu haben, seinen Stellvertreter abzusägen: „Entscheiden Sie: Wollen Sie Wichow – oder wollen Sie was anderes?“

Stellvertreter hat die Nase voll

Kurz nach 20 Uhr war es so weit: Rolf-Peter Paßlack schmiss die Brocken hin, trat von seinem Posten zurück und gab die Schlüssel fürs Tierheim ab – genau das hatte er zwar bereits schriftlich am 15. April angekündigt, später indes nichts mehr davon wissen wollen.

Und Volker Wichow? Der hat die Nase voll vom Tierschutzverein und wird nicht mehr für ein Amt zur Verfügung stehen.