Vom Abtauchen ins Märchen

Mechthild Cuypers – hier mit Figuren der Bremer Stadtmusikanten – erzählt Märchen für Groß und Klein. Foto: Volker Herold
Mechthild Cuypers – hier mit Figuren der Bremer Stadtmusikanten – erzählt Märchen für Groß und Klein. Foto: Volker Herold
Foto: WAZ FotoPool
Mechthild Kuypers ist ausgebildete Erzählerin. Sie trägt die Geschichten auswendig vor – für Kinder und Erwachsene.

Issum. „Märchen muss man auswendig vortragen und sollte sie nicht vorlesen. Nur so entstehen bei den Zuhörenden eigene Bilder, nur so kann das Publikum in die erzählte Geschichte abtauchen“ – davon ist Mechthild Cuypers überzeugt. Sie lädt regelmäßig zum Märchen-Montag und zum Märchen-Mittwoch ins „Weiße Häuschen“ an der Neustraße 28 ein.

Die ausgebildete Waldorf-Erzieherin hat unter anderem in einem Kindergarten in Geldern gearbeitet. „Dort wurden den Mädchen und Jungen jeden Tag Märchen erzählt. Wir mussten das Märchen auswendig lernen. Dann hörten die Kinder zwei bis drei Wochen jeden Tag das gleiche Märchen. Die Älteren erlebten so jeden Tag in ihrer Vorstellung neue Bilder des Märchens. Die Jüngeren bekamen am Anfang nicht die ganze Erzählung mit, da sie sich noch nicht so lange konzentrieren konnten. Nach und nach bekommen sie durch die Wiederholungen dann das ganze Märchen mit.“

Wie der Froschkönig aus dem Teich guckt

Später ließ sich die 54-Jährige in Vlotho sogar zur Märchenerzählerin ausbilden. „Anfangs habe ich die Märchenerzählerei danach als Liebhaberei betrieben, zum Beispiel auf dem Issumer Weihnachtsmarkt“, erzählt Mechthild Kuypers.

Um überzeugend Geschichten der Brüder Grimm oder von anderen vortragen zu können, müsse man „das Märchen mögen. Egal, wie der Froschkönig gerade aus dem Teich guckt oder wie sich Hänsel und Gretel im Wald fühlen – Märchenerzähler sollten sich das Märchen gleichsam einverleiben. So lassen sich auch Erwachsene mitreißen, es kommen Kindheitserinnerungen auf. Große verstehen die Märchen dann auch anders, als sie die Geschichte als Kind erlebten.“

Mechthild Kuypers arbeitet die Märchen auch kreativ auf, indem sie die Kinder auffordert, Bilder gehörter Geschichten zu malen. „Zwischen Kindern und der erzählenden Person entsteht nur eine Beziehung, wenn kein Buch dazwischen ist“, meint die Issumerin. Von verfilmten Märchen halte sie nichts, weil das nur die Vorstellung der Filmemacher auf die Leinwand projiziere.

Grausame Szenen aus den Märchen seien keine Belastung für die Kleinen: „Die kindliche Vorstellung lässt nur das zu, was auch für das Kind zu verkraften ist.

Die nächsten Termine: Märchen-Montag für Kinder: 13. und 27. Februar, 15 bis 16 Uhr für Vier- bis Sechsjährige (sechs Euro) und 17 bis 18.30 Uhr für Sieben- bis Neunjährige (acht Euro). Märchen-Montag für Erwachsene: 14. März, 20 bis 22 Uhr (acht Euro).

 
 

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