Viele Gewerke aus einer Hand

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Foto: Gisela Weißkopf

Kamp-Lintfort. Dachdecker Wolfgang Pesch hatte die Idee zum Handwerksverbund Niederrhein.

Die Idee kam ganz spontan, als Wolfgang Pesch von einem Kunden gefragt wurde: „Kennen Sie vielleicht einen Maler?“ Pesch kannte. Der Dachdeckermeister vermittelte dem Fragenden einen Kollegen und überlegte sich ein neues Geschäftsmodell: einen Verbund verschiedener Meisterbetriebe.

So entstand vor drei Jahren der Handwerksverbund Niederrhein, den Pesch gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin betreibt. Ihm gehören 13 Meisterbetriebe aus Kamp-Lintfort an – in Gewerken wie zum Beispiel Elektro, Maler, Fliesen, Gerüstbau, Garten- und Landschaftsbau, Maurer, Baumfällung, Pflaster, Tiefbau und Dachdecker.

„Meine Kollegen sind dankbar, dass wir diesen Verbund gegründet haben“, freut sich Pesch über die Reaktionen auf seine Idee. Und die Kunden reagieren auch äußerst positiv auf den Handwerksverbund. Pesch: „Für sie gibt es lediglich einen einzigen Ansprechpartner und sie haben die Gewissheit, dass alle Arbeiten durch Meisterbetriebe ausgeführt werden. Unser Ziel ist es: Egal, was die Kundschaft braucht, der Handwerksverbund Niederrhein macht das.“

Nicht zu unterschätzende Größe

Als Pesch mit der Absicht auf andere Handwerksmeister zuging, musste er nicht großartige Überzeugungsarbeit leisten. Schnell erkannten die Inhaber der Betriebe (Pesch: „Alles alteingesessene Betriebe!“) den Vorteil, den sie von dem Zusammenschluss haben. „Das bringt jedem Handwerksbetrieb etwas. Wir empfehlen uns gegenseitig und jedes Gewerk gibt es nur einmal.“

Über 50 Mitarbeiter umfasst der Handwerksverbund Niederrhein insgesamt – eine in einer Stadt wie Kamp-Lintfort nicht zu unterschätzende Größe. „Damit kann man den Markt schon ein wenig bestimmen“, so Pesch.

Seine eigenen Mitarbeiter hat er übers Dachdecken hin­aus auch für andere Tätigkeiten umgestellt. „Wir arbeiten für Super- und Verbrauchermärkte oder auch Discounter zum Beispiel im Winter als Schneeräumer, befreien die Flachdächer vom Schnee. Das hilft den Betrieben durch den Winter und die Mitarbeiter müssen nicht stempeln gehen.“ Bei der Gewinnung von Mitarbeitern greift Pesch auch auf die Arbeitsagentur zurück. „Wir haben Mitarbeiter vermittelt bekommen, ausgebildet und dann angestellt.“

Werbung für den Handwerksverbund Niederrhein gibt es nicht, abgesehen von zum Beispiel Plakaten an Baustellen. „Zum großen Teil läuft das über Mundpropaganda“, so Pesch.

 
 

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