„Unsere Scholle“ wird 80 und feiert dieses Jubiläum groß

Foto: Ulla Michels

Neukirchen-Vluyn.  Am kommenden Samstag lädt der Kleingartenverein „Unsere Scholle“ zum Sommer- und Kinderfest auf die Anlage am Fürmannsheck in Neukirchen. Ab 14 Uhr geht es los im Park auf der Anlage. In diesem Jahr haben die Gartenfreunde einen ganz besonderen Anlass, ausgelassen zu feiern: Der Verein begeht sein 80-jähriges Bestehen.

„Unsere Scholle“ ist eng mit dem Bergwerk verbunden. Als der Verein im Jahr 1933 gegründet wurde, waren die Mitglieder ausschließlich der Zeche verbunden. „Früher war das hier alles Grabeland“, erklärt der Vorsitzende, Jürgen Liebke. Wie aus Aufzeichnungen des Vereins hervorgeht, nahm die Niederrheinische Bergwerks AG damals fünf Reichsmark pro Jahr für einen Schrebergarten. Der Garten war ausschließlich als Nutzgarten zu verwenden – der Obst- und Gemüseanbau war für etliche Familie existenziell wichtig.

Auch heute noch muss wenigstens ein Drittel der Fläche als Nutzgarten bestellt werden, den Rest der Parzellen können sich die Gartenfreunde für ihre Freizeit gestalten. Und es sind fürwahr schöne kleine Refugien dabei. Die Gärten sind zwischen 400 und 1000 qm groß. Insgesamt gibt es drei Standorte. Am Fürmannsheck gibt es 29 Gärten, an der Siebertstraße sind es 25 und am Hugengraben 54. Mittlerweile zahlen die Mitglieder eine jährliche Pacht von 13 Cent/qm sowie einen Mitgliedsbeitrag (51 Euro für aktive / 26 Euro für passive Mitglieder). Er habe seinen Garten 1973 übernommen und sei einer der ersten gewesen, der nicht auf der Zeche war, erzählt Liebke. Seit Mitte der 70er Jahre seien auch Nicht-Bergleute aufgenommen worden. Heute hat weniger als die Hälfte der Gartenfreunde einen Bezug zum Bergbau. Die Fluktuation sei nicht besonders hoch, berichten Liebke, sein Stellvertreter Rudi Franke und der Beisitzer Hans Haßhoff. Und die Stimmung in der Anlage sei gut, die Hilfebereitschaft untereinander groß. Jeder, der eine Parzelle hat, ist verpflichtet, allgemeine Arbeiten zu erledigen. Wenn ein Garten frei wird, werden zuerst die 45 passiven Mitglieder gefragt, bevor die Parzelle weiter angeboten wird.