Trainieren wie die Profis

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Moers..  Es sind Momente wie diese, die das Team von „Klartext für Kinder - Aktiv gegen Kinderarmut!“ antreiben. Momente, in denen es ein leises Echo gibt und Knirpse wie Finn über das ganze Gesicht strahlen. Dieser schmale, blonde Zwerg mit der lustigen Zahnlücke und den frechen Grübchen, gerade mal sechs, aber total pfiffig. „Weißt du, warum ich froh bin, wenn das Camp heute vorbei ist?“, fragt der Knirps. „Nö“, lächeln wir etwas irritiert. „Weil ich dann meiner Oma zeigen, wie gut ich Fußball gelernt hab. Ich kann den Ball voll ins Tor ballern.“ Tu das, Finn, und danke für diesen Augenblick.

Geht ans Herz, keine Frage. Viel wichtiger ist aber, für Finn und die anderen 29 Mädchen und Jungen aus Moers, dass sie richtig tolle Ferientage erlebt haben. Mal etwas anderes eben. Urlaub ist bei ihren Familien nicht drin und sechs Wochen können ganz schön lang werden. In der Mattheck versucht die Diakonie, genauer gesagt die „Seestern“-Mannschaft um Irina Rösler, den Kids eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen. Da kam die Einladung von Klartext zu einem dreitätigen Fußballcamp auf der nagelneuen Platzanlage von GSV und MTV Moers am Solimare gerade recht. GSV? Genau. Der hatte unter dem neuen Motto „Wir sind Moers“ schon in der Vorwoche den ersten Volksbank-Cup zugunsten von Klartext ausgerichtet und stellte Platz, Materialien und frewillige Helfer auch diesmal gern zur Verfügung. „Eine Selbstverständlichkeit“, findet Bettina Kutscher, die bekannte Mädchen und Frauentrainerin. „Das ist doch eine Supersache.“

Und es ist natürlich auch für die Lehrer wieder eine Lehrstunde. Wie gewohnt organisiert der Duisburger Ex-Kapitän Torsten Wohlert den sportlichen Teil. Diesmal hatte er die Ex-Profis Karsten Hutwelker und Jacques Goumai ins Rennen geschickt. Und Hutwelker, der als Wandervogel sogar bim AC Florenz gekickt hatte, ist beeindruckt. „Alles hat spitze geklappt, aber jetzt am letzten Tag merkt man doch, dass die Konzentration nachlässt und sich schnell mal Nickeligkeiten und Schimpfworte einschleichen. Eine Erfahrung für uns, keine Frage.“

Wertvolle Erfahrungen

Hutwelker hat gerade in Köln seinen Fußballlehrer-Schein gemacht, die Pädagogin Irina Rösler ist schon lange eine Art Dompteurin. Sie sagt: „Das sind alles Super-Kinder. Sie sind es gewohnt, viel draußen zu sein und sich entsprechend durchsetzen zu müssen, da fällt schon mal der eine oder andere derbe Ausdruck. Leider auch bei den Kleinen.“ Die Camp-Erfahrung sei sehr wertvoll für die Kinder. „Im Seestern treffen sie sich. Hier lernen sie, sich als Team zu begreifen.“ Was nicht zuletzt an der deutlichen Ansprache der beiden Fußball-Profis liegt.

Apropos Team: Weil’s beim GSV noch kein Vereinsheim gibt, haben die Chefinnen der mobilen Kindertafel des Vereins den Fahrplan geändert und ihre Mannschaften nicht lange überzeugen müssen. Denn richtige Fußballer müssen ja auch ordentlich essen. Damit sie so einen unglaublich knallharten Schuss bekommen wie Finn.

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