Studium vor der Haustür bindet Jugend

Kamp-Lintfort.. Eine große Chance für den Bildungsstandort Kreis Wesel sei das der Hochschule Rhein-Waal angegliederte neue Zentrum „Zukunft durch Innovation“ (ZDI).

Deshalb, und weil eine solche Einrichtung Jugend im Kreis Wesel halten oder sie zum Zuzug bewegen könne, habe der Stiftungsrat „Standort- und Zukunftssicherung Kreis Wesel“ entschieden, den Auf- und Ausbau des ZDI in den kommenden vier Jahren mit 30 500 Euro zu fördern, erklärte gestern Landrat Dr. Ansgar Müller im Hochschulgebäude an der Südstraße. Die Hälfte des Geldes komme von privaten Stiftern. In Anwesenheit von Hochschul-Präsidentin Prof. Dr. Marie-Louise Klotz verwies Müller darauf, dass die Bevölkerung des Kreises Wesel derzeit landesweit den zweithöchsten Altersdurchschnitt aufweise. Ein Grund dafür sei, dass viele Jugendliche zum Studium dem Kreis den Rücken zuwenden und dann im Umfeld der Hochschule einen neuen Lebensmittelpunkt finden würden. Deshalb und weil er den Eindruck habe, dass viele Schulleiter auf die Hochschule geradezu gewartet hätten, habe sich der Kreis für die Förderung entscheiden.

Ziel des ZDI sei es, junge Menschen an die so genannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) heranzuführen, erläuterte Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Dekanin des Fachbereiches Kommunikation und Umwelt, den anwesenden Stiftungsratmitgliedern. Früh sei die Hochschule durch Wirtschaftsförderer und Lehrer auf die Landesinitiative „Zukunft durch Information“ aufmerksam gemacht worden und habe sich so mit dem Gedanken vertraut machen können, ein solches Zentrum dem Fachbereich Kommunikation und Umwelt anzugliedern. Erste Projekte seien gemeinsam realisiert worden, erklärte die Dekanin weiter. Es habe einen Programmier-Wettbewerb mit Schülern der Unesco-Schule gegeben. Studenten der Hochschule hätten Schüler bei Facharbeiten begleitet, es wurde auch ein Schnupperstudium im Fach Mathematik angeboten und derzeit würden Schüler und Studenten gemeinsam mit angeschafften Robotern arbeiten.

Wirtschaft sitzt
mit im Boot

Das ZDI befördere so ein Kommen und Gehen an der Hochschule und baue das Netzwerk aus, dem nicht nur Schulen und Unternehmen, sondern auch Kindergärten angehören sollen - nach der Devise: Man kann gar nicht früh genug beginnen.

Dank der Unterstützung durch den Kreis Wesel und andere Geldgeber könne ein fester Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren die ZDI-Arbeit koordinieren. Auch Unternehmen gehören bereits zu den Unterstützern. „Sie sind daran interessiert, wenn der Nachwuchs an technischen Themen herangeführt wird“, erklärte die Hochschul-Präsidentin. Deshalb seien auch sie und die Wirtschaftsförderer des Kreises und der Kommunen mit im Boot. Das solle nun Segel setzen und Fahrt aufnehmen.

 
 

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