Studenten tun was für TuWas

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Kamp-Lintfort/Moers..  Das Sozialkaufhaus TuWas an der Kronprinzenstraße in Moers-Asberg ist eine prima Einrichtung: Wer wenig Geld hat, kann hier zu geringen Beträgen gebrauchte und gut erhaltene Möbel oder Neu-Möbel mit kleinen Fehlern kaufen. Aber: Ist dieses Möbelhaus überhaupt bei denjenigen, die am meisten davon profitieren könnten, bekannt? Das Interesse des Kaufhaus-Betreibers „TuWas-Genossenschaft“, diese Frage beantwortet zu bekommen, deckte sich auf glückliche Weise mit dem Interesse der Fachhochschule Rhein-Waal an einem praxisnahen Forschungsprojekt für ihre Studenten aus unterschiedlichen Studienfächern.

Es ist eines von zehn interdisziplinären Projekten, zu dem sich zu Beginn dieses Semesters acht Studentinnen und Studenten der Psychologie und der Betriebswirtschaft unter Leitung von Martin Kreymann vom Zentrum „Zukunft durch Innovation“ an der Hochschule zusammenfanden. Ihr Ziel: zwei Zielgruppen erforschen.

Mit einem Fragebogen wandten sie sich an so genannte Multiplikatoren – also Ämter, Verbände, Vereine in Kamp-Lintfort, Moers und Neukirchen-Vluyn, die mit armen Menschen zu tun haben. Ergebnis: Ihnen ist das TuWas-Haus durchaus bekannt, alle schätzen auch den Bedarf an Möbeln zu ganz niedrigen Preisen hoch ein. Aber: Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt, dass die Einrichtung bei ihrer Zielgruppe kaum bekannt ist, erklärte Studentin Svenja Grefer gestern in einer Pressekonferenz. Außerdem sollte TuWas geringfügige Dienstleistungen wie das Anschließen von Elektrogeräten und das Aufbauen der Möbel ebenfalls anbieten.

Die zweite Zielgruppe der Nachwuchsforscher waren die Studenten selbst. Für sie wurde ein Fragebogen in Deutsch und Englisch entwickelt. Hier stellte sich heraus, dass zwei Drittel der Befragten nichts von Sozialkaufhäusern wissen, dass aber 90 Prozent kein Problem damit haben, Gebrauchtmöbel anzuschaffen.

Folgerungen aus der Studie, so Rainer Tyrakowski-Freese von der TuWas-Genossenschaft, seien leicht umsetzbar: So sind inzwischen Postkarten mit den wichtigsten Informationen über das TuWas-Kaufhaus gedruckt worden. Zu Beginn jedes Semesters werde man zudem Werbeplakate an der Hochschule aufhängen. Darüber hinaus werden die Studenten TuWas-Mitarbeiter darin schulen, wie sie das Internet zum Verkaufen und Werben nutzen können.

 
 

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