Stärkere Eltern – gesündere Kinder

Familienhebamme Anne Ruth Nelsen (links) und Familienkrankenschwester Kirsten Lehnen
Familienhebamme Anne Ruth Nelsen (links) und Familienkrankenschwester Kirsten Lehnen
Foto: Ulla Michels

Moers.  Sie krempeln sich die Ärmel hoch, um Moerser Familien in Zukunft unter die Arme zu greifen. Familienhebamme Anne Ruth Nelsen und Familienkrankenschwester Kirsten Lehnen treten am heutigen 1. April offiziell ihren Dienst an, um dafür zu sorgen, dass die Kinder der Stadt gesund groß werden. „Aber vor allem auch, um den Müttern zu helfen und ihre Verbindung zum Baby zu stärken“, betont die Hebamme, die den Familien auch über das Wochenbett hinaus zur Verfügung steht.

Wer sechs Wochen nach der Entbindung das Gefühl hat, nicht alleine klar zu kommen, kann die Hilfe durch Nelsen ab sofort in Anspruch nehmen. Aber auch wenn sich schon Probleme vor der Geburt abzeichnen, kann bereits vor der Entbindung ein erster Kontakt entstehen.

Familien mit vielen Kinder, Alleinerziehende oder belastete Familien wird die 29-Jährige dann bis zum ersten Lebensjahr betreuen und unterstützen. „Ich kenne viele Tricks und Kniffe für die Zeit nach der Geburt“, sagt Nelsen, die nicht nur die Erfahrung aus ihrer Ausbildung, sondern auch aus dem Umgang mit ihrem eigenen, heute achtjährigen Sohn, mitbringt.

Ihre Team-Partnerin zur Unterstützung der Moerser Familien ist Kirsten Lehnen, die den Eltern bis zum dritten Lebensjahr des Kindes zur Seite stehen kann. „Es ist meine Herzensangelegenheit, Eltern auf einen guten Weg zu bringen“, sagt die Kinderkrankenschwester, die bereits 20 Jahre Berufserfahrung mit sich bringt. Während ihrer hauptberuflichen Tätigkeit auf der Kinderstation eines Duisburger Krankenhauses sei für die beratende Tätigkeit leider nie genug Zeit übrig geblieben. „In der Klinik kann ich nicht genügend auf die Eltern eingehend und habe nur minimal Zeit“, erklärt sie. Umso mehr freue sie sich über ihre neue, freiberufliche Tätigkeit als Moerser Familienkrankenschwester, die sie zunächst nebenbei ausüben wird.

„Wir gucken, wie groß der Bedarf ist“, sagt Annette Rosanowski vom Jugendamt Moers. Je nach Nachfrage könnten die Stellen ausgeweitet oder ausgebaut werden. Lehnen möchte Eltern mit ihrer Arbeit in Zukunft stärken, damit sie anschließend selber ihren Alltag mit Kind meistern können.

Sozial schwache Eltern, junge Schwangere, Eltern mit Suchtproblemen, solche von behinderten Kindern oder mit Mehrlingsgeburten fallen in ihr Fachgebiet. „Ich hab Lust da drauf“, freut sich die Kinderkrankenschwester auf ihren ersten Arbeitstag. „Das wird eine gute Kombination für Moers von Frau Nelsen und mir.“

 
 

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