Sparkasse konzentriert sich auf „Flaggschiff“

Kamp-Lintfort/Duisburg..  Die Sparkasse wird in den kommenden sieben Jahren die Zahl der mit Mitarbeitern besetzten Geschäftsstellen deutlich verringern. Ab 2022 wird es vier von solchen so genannten Flaggschiff-Filialen im Geschäftsgebiet geben. Eine wird die alte Hauptstelle der früheren Sparkasse Kamp-Lintfort sein, die zum „Kompetenz-Center“ mit 30 Mitarbeitern ausgebaut werden soll. Dies teilte der Vorstandsvorsitzende Joachim Bonn am Freitag in einer Pressekonferenz mit. Im Geschäftsgebiet der Sparkasse Duisburg bleiben 21 von 42 Filialen übrig.

Wie Bonn weiter ankündigte, werden die Geschäftsstellen Niersenbruch 2017 und Geisbruch 2022 durch Selbstbedienungsstellen ersetzt, in denen man Zahlungsverkehr abwickeln, Kontoauszüge ziehen und Geld abheben kann. An der Fachhochschule soll zudem ein Geldautomat installiert werden. In beiden Städten investiert das Geldinstitut 30 Millionen Euro.

Der „Megatrend der Digitalisierung“

Der Umbau kommt nicht überraschend, Bonn hatte ihn im Frühjahr angekündigt. Zudem ist seit Jahren bekannt, dass die Mietverträge fast aller Standorte in zwei Jahren auslaufen. „Wir folgen hier weder dem Rasenmäherprinzip noch betreiben wir blinden Aktionismus. Wir sind kerngesund und handeln nicht wie andere aus der Not heraus.“

Als Grund für die „Renovierung“ der Sparkasse nannte Bonn den „Megatrend der Digitalisierung“. Die historisch einmalige Tiefstzinsphase, die den Kreditinstituten erheblich zu schaffen macht, sei nur ein Beschleuniger. Immer mehr erledigen ihre Bankgeschäfte übers Internet und über Smartphones, jeder siebte Kunde kommt höchstens einmal im Jahr in die Geschäftsstelle. Das heutige, dichte Filialnetz sei am Bevölkerungsstand der Achtziger Jahre ausgerichtet. Generell soll es weniger Service, aber mehr Beratung geben. Das Kamp-Lintforter Kompetenz-Center wird alle Dienstleistungen anbieten. Die Mitarbeiter erhalten sogar mehr Befugnisse als bisher. Bis 2022 wird sich die Zahl der Beschäftigten von 500 auf 411 reduzieren. Der Abbau erfolgt durch Fluktuation, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Bürgermeister Christoph Landscheidt und der Landtagsabgeordnete René Schneider haben die Beschlüsse im Verwaltungsrat der Sparkasse mitgetragen. „Wenn immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte digital erledigen, wird es zu teuer, in jedem Stadtteil eine Filiale vorzuhalten“, sagte Schneider. Für Bürgermeister Landscheidt ist die Entwicklung ebenfalls nachvollziehbar: „Entscheidend ist, dass in Kamp-Lintfort alle Dienstleistungen angeboten werden.“

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