Seniorentraining mit Rollator

Der Bezirksbeamter Fritz Marx mit Margarete Holtappels: Ziel erreicht.
Der Bezirksbeamter Fritz Marx mit Margarete Holtappels: Ziel erreicht.
Foto: WAZ FotoPool

Neukirchen-Vluyn..  In der Altenheimat in Vluyn war gestern einiges los. Rund 30 umtriebige Senioren samt Angehörigen und Pflegepersonal waren mit dem Rollator oder Rollstuhl auf einem Rolli-Übungsparcours unterwegs. Der musste wegen des unsicheren Wetters im Café Lukas aufgebaut werden – was dem Übungseifer der Bewohner aber kein bisschen Abbruch tat. Auch Heimleiter Axel Loobes staunte, mit wie viel Elan die Bewohner bei der Sache waren.

Bezirksbeamter Fritz Marx und sein Kollege Rainer Margraf, das eingespielte Team der Wache Neukirchen-Vluyn, waren zu Besuch im Altenheim und hielten Unterricht in Sachen Sicherheit im Straßenverkehr. Während Fritz Marx alles erläuterte, durfte Rainer Margraf den begeisterten Senioren Fahrradklingeln an den Rollator schrauben.

Kaum dass der Unterricht beendet war, machten sich die Bewohner auf den Parcours, der mit Slalomweg und kleinen Stufen gar nicht so leicht zu bewältigen war. Zweck der Übung: Kniffe und Tricks zu lernen, wie man als Begleitperson mit einem Rollstuhlfahrer Hindernisse überwindet oder sich mit dem Rollator unfallfrei über eine Straße bewegt.

Mathilde Vosdahls (88) absolviert gerade den Rundkurs in gekonnter Manier. Was sie heute gelernt hat: „Wenn ich einkaufen gehe, soll ich die Tasche nicht seitlich an den Rollator hängen, sondern besser auf die Ablage stellen, hat Herr Marx gesagt.“

„Herr Marx“ hat noch andere Tipps auf Lager: „Im Bus nie auf den Rollator setzen. Wenn der Fahrer mal scharf bremsen muss, kann das zu gefährlichen Stürzen führen. Besser ist es, den Rollator abzustellen und sich auf einen Platz zu setzen.“

Auch die Reflektor-Bänder, die Fritz Marx mitgebracht hatte, fanden reißenden Absatz. „Auch beim Rollator-Fahren ist es wichtig, gesehen zu werden.“ Wie der Polizeibeamte bekundet, seien die Senioren anders als Kinder keine statistisch erfasste Gefahrengruppe. „Ich habe aber öfters den Eindruck, dass die älteren Leute sich zu wenig Gedanken machen, wenn sie da draußen sind.“

Gedanken hat sich Anne Tschersich von den Grünen Damen gemacht: „Wenn ich mit Bewohnern in Vluyn unterwegs bin, gibt es nur eine einzige Bordsteinabsenkung, die wirklich kein Hindernis ist. An allen übrigen gibt es noch kleine Stufen. Und die sind für einen Rollator-Fahrer echte Hindernisse.“

Die einzige, die beim Übungsnachmittag gestern gar keine Nachhilfe brauchte, war Marga Spierling (80). „Ich habe schon 40 Jahre einen Rollator. – Und Fritz Marx ist schließlich mein Neffe“, antwortet sie schlagfertig.

Am Ende gab es Teilnahme-Urkunden. Die fanden – wen wundert’s – auch reißenden Absatz.

 
 

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