Schwimmfreunde räumen Preis ab

Maja übt beim Kinderschwimmen im Hallenbad in Rheurdt.
Maja übt beim Kinderschwimmen im Hallenbad in Rheurdt.
Foto: WAZ FotoPool

Rheurdt..  Erster Wettbewerb der Kooperation Ruhr bescherte den Schwimmfreunden Rheurdt den zweiten Platz für ihren Einsatz und 10.000 Euro Preisgeld.

Dass die Schwimmfreunde Rheurdt preisverdächtig sind, wussten viele Bürger im Ökodorf schon länger. Immerhin gelang es ihnen, in einem Kraftakt das Rheurdter Hallenbad von der Gemeinde zu übernehmen und seit Jahresbeginn in Eigenregie zu führen – genau das richtige Projekt, um sich beim Wettbewerb der Kooperation Ruhr zu beteiligen, dachten sich die Schwimmfreunde. Gestern, auf der Zeche Zollverein in Essen, konnten sie den zweiten Preis durch Professor Jörg Bogumil in Empfang nehmen. Und: 10 000 Euro Preisgeld.

„Tatsächlich sind viele Bäder, die in den siebziger und achtziger Jahren gebaut wurden, von Schließung bedroht: Die Kommunen können sie nicht mehr finanzieren, vor allem in schrumpfenden und kleineren Ortsteilen. Wir haben uns entschieden, den zweiten Preis der Kategorie B an eine Kooperationsidee für zwei verschiedene Bewerber zu vergeben, da sie dieser negativen Tendenz mit ihrem engagiertem Ehrenamt trotzen“, so Professor Bogumil in seiner Laudatio.

So teilen sich die Schwimmfreunde Rheurdt den Preis mit der Initiative der ehrenamtlich geführten Freizeitbäder in Haltern Sythen in Marl.

„Uns hat der naheliegende Ansatz überzeugt, dass ehrenamtliches Engagement es ermöglicht, die Kosten für die Kommunen so zu senken, dass die Bäder erhalten bleiben können. Auf diesem Weg werden Ressourcen effizient genutzt, neue Ressourcen gewonnen und die Attraktivität der jeweiligen Standorte wird bewahrt. Das ist gelungene Kooperation im Bereich bürgerschaftlichen Engagements“, lobte der Laudator.

Die Jury fand im Vorfeld besonders die Zusammenarbeit von mehreren DLRG-­Ortsverbänden und schwimmbegeisterten Bürgern aus verschiedenen Kommunen und Gruppen bemerkenswert. Hinzu komme, dass engagierte Mitarbeiter aus allen Altersgruppen dabei seien. Jeder Bürger könne Mitglied der Schwimmfreunde Rheurdt werden, und für den Mitgliedsbeitrag das ganze Jahr über das Bad nutzen. Besonders hervorzuheben sei, dass nicht mal drei Monate nach der Übernahme des Badebetriebes durch die Schwimmfreunde Rheurdt bereits das 1000. Mitglied begrüßt werden konnte. Rein zufällig, aber bezeichnenderweise kamen die Mitglieder 999,1000 und 1001 aus den drei beteiligten Kommunen. Die Nominierungskommission: „Solche kleinen, freiwilligen Kooperationen sind vorbildlich und wichtig.“

Große Freude

Große Freude herrschte bei den Schwimmfreunden. Thomas Goetzens hatte zusammen mit Kerstin Deselaers und Jürgen Lehoff den Preis in Essen entgegengenommen. „Es war ein sehr schöner Tag in einem wunderschönen Ambiente mit herrlichem Blick über das Ruhrgebiet“, schwärmt er. Die Mitglieder hätten sich zwar auch gefreut, wenn sie nur unter die ersten Zehn gekommen wären. „Aber so ist es ja noch viel besser.“ Von dem Preisgeld soll, wenn demnächst die Finanzen besser überschaubar sind, für das Hallenbad eventuell eine Anlage zur Wärmerückgewinnung angeschafft werden. Die Schwimfreunde waren vom Initiativkreis Ruhr zur Teilnahme angeregt worden.

 

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