Schwamm drüber!

Schwammschlacht im Issumer Wald. Jugendliche eines Jugendaustausch mit Frankreich campieren und verbringen ihre Freizeit zusammen. Foto: Ulla Michels
Schwammschlacht im Issumer Wald. Jugendliche eines Jugendaustausch mit Frankreich campieren und verbringen ihre Freizeit zusammen. Foto: Ulla Michels
Foto: WAZ FotoPool

Issum.. Mit Geschrei stürzen die jungen Leute aufeinander zu. Dann feuern sie ihre Wurfgeschosse aufeinander – nasse Schwämme. Und alle haben einen Riesenspaß dabei. Die 16- bis 28-jährigen Issumer und Franzosen aus Courdemanche nehmen an einem Austauschtreffen teil, das 52 Jahre Tradition hat.

Zu den Verantwortlichen auf deutscher Seite gehört Carsten Vosseler: „Alles entstand als Idee bereits im zweiten Weltkrieg. Damals lernten sich ein deutscher Soldat aus Issum und ein französischer Soldat aus Courdemanche (das liegt zwischen Le Mans und Tours) kennen. Sie dachten darüber nach, wie solche schrecklichen Ereignisse wie eben dieser Krieg für die Zukunft zu verhindern seien und waren sich einig: Junge Leute, die sich verstehen, greifen sich nicht an.“

Doch mit dem ersten gegenseitigen Besuch dauerte bis zum Jahre 1959. Auf Issumer Seite wurden die jährlichen Treffen dann lange Zeit von der „Rheinischen Landjugend“ organisiert. Im jährlichen Wechsel reisten die Issumer nach Frankreich oder hießen als Gastgeber die Franzosen willkommen.

Als das Engagement der damals Verantwortlichen nachließ, sorgten Privatleute dafür, dass die Treffen weiterhin stattfinden konnten. 2008 wurde schließlich der Verein „Issum – Courdemanche deutsch/Französische Partnerschaft“ gegründet, der im Folgejahr gleich die Feiern zum 50-jährige Bestehen des Austausches organisierte. Carsten Vosseler: „Wir haben zurzeit 40 Vereinsmitglieder, es gibt aber weitere Personen, die uns tatkräftig unterstützen.“

Zu den Programmpunkten in den letzten Tagen gehörten Besuche im Düsseldorfer Landtag, im Archäologischen Zentrum Xanten und eine Fahrt mit der Draisine von Kleve nach Kranenburg. Aber auch Zelten und Grillen und abendliche Partys in Issum waren angesagt.

„Vielleicht schon zehnmal, aber mindestens einmal pro Jahr“ war Stephane Bignon seit dem Jahr 2005 zu Besuch in Issum. Er arbeitete zeitweise sogar für einige Wochen in Walbeck. Der 26-jährige Sportlehrer bedauert, dass er seinen Großvater „leider nicht mehr kennengelernt“ hat – denn der war der französische Soldat, mit dem der Jugendaustausch begann.

 
 

EURE FAVORITEN