Sabine Bode liest in Moers aus ihrem neuen Buch

Sabine Bode liest.
Sabine Bode liest.
Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo
An dem unterhaltsamen Abend ist deutlich geworden: Kinder machen Spaß. Jedenfalls, wenn Sabine Bode darüber spricht .

Moers..  „Ah, der Elendstourist, willkommen“, begrüßte Sabine Bode den einzigen in der Runde, der auf die Frage „Wer hat keine Kinder?“ die Hand hob. Klar, er gehörte beim Titel „Kinder sind ein Geschenk – aber ein Wellnessgutschein hätte es auch getan“ nicht zwingend zur Zielgruppe der Lesung im Bollwerk. Aber allen anderen kamen so viele Sätze, Eltern-Typen, Ratgeber und Geburtstagslisten bekannt vor.

Die Bochumer Comedienne Sabine Bode hat es scheinbar leicht gehabt mit ihrem ersten Buch, das Anfang des Jahres erscheint, und das sie nun zuerst und exklusiv in Moers vorstellte. Sie hat nur genau hingeschaut und -gehört. „Jedes Kind kann schlafen lernen“ ist ja ein Klassiker unter den Ratgebern, aber diesen Stoßseufzer haben wahrscheinlich viele Eltern gesprochen: „Den Autor möchte ich mal zu uns nach Hause einladen.“ Das gilt für den Autor von „Aufräumen macht Spaß“ ebenso.

Und wer kennt sie nicht, die ambitionierten Eltern, die ihren Spross in die „bilinguale Krabbelgruppe Little Devils“ schicken. Oder die Heli-Eltern: „Lichtschutzfaktor 40 bis November“. Diese und viele andere Typen stellte Bode vor – samt Lieblingsvornamen und Handy-Klingelton, was für ausgesprochene Heiterkeit im Saal sorgte.

Und ja, vorlesen ist gut fürs Kind, aber ein bisschen Mitleid haben wir schon mit Frau Bode, wenn sie ständig „Conni“-Bücher lesen muss: „Ein Spannungsbogen wie eine Milchschnitte. Conni lernt reiten. Conni lernt Ballett, Conni lernt Ski fahren. Wo bleibt der Band Connis Papa meldet Privatinsolvenz an?“

Die Live-Schalte in die „Hölle auf Erden“, neudeutsch auch Indoor-Spielpatz, hatte Wahrheitswert. Die Idee mit „Brechschüsseln als Merchandising“ könnten einige vom Kindergeburtstags-Syndrom geprüfte Eltern durchaus nützlich finden. Und einige werden bestimmt auch bei sehr dezidierten Geschenkelisten schon mal die Stirn gerunzelt haben. „Früher haben wir fünf Freunde zum Marmorkuchen eingeladen.“ Sabine Bode bedient hemmungslos Klischees, aber manchmal ist die Wahrheit eben so. Und alle, die herzlich gelacht haben, lieben ihre Kinder bestimmt aufrichtig. Aber manchmal sind es eben doch „Rotzblagen“.

 
 

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