„Römer“ schlagen am Schloss ihr Lager auf

Moers. „Romantik, Realismus, Revolution – das 19. Jahrhundert“ lautet das Motto am Tag des offenen Denkmals 2011 in Moers.

Zum Schlossfest anlässlich des Denkmaltages laden am Sonntag, 11. September, bereits zum sechsten Mal das Grafschafter Museum und das Schlosstheater ein. Unterstützt werden sie durch den Fachdienst Grünflächen der Stadt Moers und den Grafschafter Museums- und Geschichtsverein.

Ein Trend im 19. Jahrhundert war die Rückbesinnung auf die Geschichte, die Suche nach der römischen und mittelalterlichen Vergangenheit. Auch die Besucher des Schlossfestes können sich mit diesen Abschnitten der Geschichte auseinandersetzen: In die Zeit der römischen Antike entführen die Mitglieder von „Castra Asciburgium e.V.“. Der Verein ist erstmals Kooperationspartner.

Schon am Vortag des Schlossfestes (Samstag, 10. September) können die Besucher in einem kleinen Römerlager neben dem Schloss hautnah erleben, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten. Die Soldaten der II. Augusta sowie Soldaten der Flavii führen ihre Ausrüstung vor und geben Einblicke in den Alltag der römischen Legionäre und Hilfstruppen im 1. Jahrhundert nach Christus.

Baumwollspinnerei

Neben dem militärischen Leben der römischen Soldaten erhalten die Besucher ebenfalls einen Eindruck vom zivilen Leben, vom Handwerk und von römischen Speisen, die zur Verköstigung angeboten werden.

Im 19. Jahrhundert wohnte im Moerser Schloss Heinrich Wintgens mit seiner Familie. Sein Vater Friedrich hatte 1836 den ersten Teil des Moerser Schlossparks anlegen lassen und an der Stelle des heutigen Rosariums eine Baumwollspinnerei betrieben. Auch an das Schloss legte die Familie Hand an: Baufällige Gebäudeteile wurden abgerissen, neue hinzugebaut.

Bereits zuvor müssen im Schlosshof sogar die Ruinenromantiker am Werk gewesen sein. So passt das Hauptthema des Denkmaltages bestens, auch wenn es um den revolutionären Geist in Moers in der Zeit eher bescheiden bestellt war.

Die Besucher erwarten Stände rund um das Schloss und den Grafschafter Musenhof, zahlreiche Aktionen zum Mitmachen, verschiedene Führungen sowie Vorträge. In der mittelalterlichen Spiel- und Lernstadt dürfen die Besucher selbst testen, ob das Mittelalter wirklich so „romantisch“ war. Kinder kommen beim Programm des Schlosstheaters und bei Aktionen des Museums auf ihre Kosten. Das Theaterfest stimmt im Theaterhof auf die Stücke der neuen Spielzeit ein. Um 14 Uhr spielt im Werkstatthof Tim Isforts neues Quartett „Tim in Birma“.

 
 

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