Ring frei für das erste Moerser Boxcamp

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Lehrreiche Trainingseinheiten für 30 junge Menschen beim Pilot-Boxcamp von Freddy-Fischer-Stiftung und Klartext für Kinder. Projekt wird ausgebaut.

Moers..  Die Luft ist ein wenig verbraucht. Beim Betreten der Halle im Sportpark Rheinkamp ist sofort zu spüren: Hier wird gearbeitet. „Führhand! Hochziehen!“ ruft der Trainer. „Schön Deckung!“ Nächste Anweisung: „Nur die Leber, nicht den Kopp!“ Klare Ansagen. Trainer Sahan Aybay sagt seinen Schützlingen im Ring genau, wo es langgeht. Drei Tage lang haben die Sportler vom ABC Rheinkamp die jungen Leute beim ersten Boxcamp von Freddy-Fischer-Stiftung und Klartext für Kinder trainiert.

Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Christoph Fleischhauer übernommen, da mussten die Organisatoren gar nicht lange fragen. „Es ist schön, dass die Dinge hier weiter wachsen“, betonte der Bürgermeister gestern zum Abschluss des dreitägigen Camps. Immerhin wird in Moers hochklassig geboxt. Und bei derartigen Treffen mit jungen Leuten sind Talente zu entdecken. Überhaupt sei Boxen ein Sport, der auch der Persönlichkeitsentwicklung diene.

Dieses Pilot-Boxcamp bezeichnete der Bürgermeister als einen „ersten schönen Schritt“. Und es soll weitergehen, kündigt Freddy Fischer an. „Wir werden noch mehr machen.“ Ein neues Konzept sehe vor, sich auf die beiden Städte Essen und Moers zu konzentrieren. Aber zunächst wurde gestern geboxt. Zwischen 20 und 30 Jugendliche durften teilnehmen, zur Hälfte bedürftige Kinder aus Moers, zur anderen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Auch Delik und Daniel waren dabei. Der 14-Jährige kommt aus dem Iran und hat dort schon ein wenig geboxt. Beim Boxcamp konnte er seine Fertigkeiten auffrischen. Und: Er ist einer von drei Teilnehmern, die sich für die Mitgliedschaft in der Boxtruppe des ABC Rheinkamp interessieren. Nach den drei Tagen ist er begeistert: „Das hat Spaß gemacht.“

Camp wird wiederholt

Delik ist eines von den vier Mädchen, die in den Ring gestiegen sind. Doch, sie sei gut, lobt Daniel anerkennend. Ob sie ebenfalls dabei bleiben möchte? Das müsse sie sich noch überlegen, sagt die 13-Jährige. Es habe viel Spaß gemacht, und Box-Kenntnisse seien durchaus gut für die Selbstverteidigung und für selbstbewusstes Auftreten.

Insgesamt sind die Veranstalter überaus zufrieden mit dem Verlauf des Camps. Das war gestern deutlich zu spüren. Boxfan Freddy Fischer ließ es sich natürlich nicht nehmen, ebenfalls für eine Runde in den Ring zu steigen. Klartext-Geschäftsführer Michael Passon: „Die Idee ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt.“ Man werde das Camp wiederholen, kündigte er an. Und von Stadt und Sportverein waren durchaus Signale zu vernehmen, dass sie nicht abgeneigt sind.

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