Reiner Michalke verlängert beim Moers Festival bis 2020

Die Isolierung unterm Hallendach verschwindet unter einer „biegeweichen Schale“, die für Lärm-, Schall- und Brandschutz sorgt.
Die Isolierung unterm Hallendach verschwindet unter einer „biegeweichen Schale“, die für Lärm-, Schall- und Brandschutz sorgt.
Foto: WAZ FotoPool

Moers.. Der Aufsichtsrat der Moers Kultur GmbH hat am Montag den 2015 auslaufenden Vertrag mit dem künstlerischen Leiter des Moers Festivals, Reiner Michalke, vorzeitig verlängert bis 2020. Das ist insofern folgerichtig, als das Musikereignis zu Pfingsten erstmals in diesem Jahr ein Dach über dem Kopf haben wird. Die neue Festivalhalle am Solimare ermöglicht neue Perspektiven für das Treffen für Freunde der improvisierten Musik, das nun auf solideren Füßen denn seit Jahren steht.

Die Halle hält die Kosten überschaubar, denn ein Großteil des Budgets des Moers Festivals im Zirkuszelt im Freizeitpark hat bisher die Infrastruktur drumherum verschlungen. Und dazu geführt, dass in den vergangenen Jahren der Pfingstmontag kein richtiger Festivaltag mehr war, sondern mit Helges Heimatabend oder mit Auftritten von Fred Kellner bespielt wurde.

Die Rettung für das Festival

Für dieses Jahr, vom 6. bis 9. Juni, ist nun auch der Pfingstmontag wieder ein richtiger Festivaltag. Was die Umbauten von Tennishalle zum Konzertbau angeht, so bleibt es „ein sportliches Unternehmen“ bis Juni fertig zu werden, wie Ulrich Greb, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, am Montag bei einer Baustellenbegehung sagte. Aber man sei finanziell und zeitmäßig im Plan. „Genau genommen ist das hier eine Konsolidierungsmaßnahme, denn anders wäre das Moers Festival nicht zu halten gewesen“, sagte Greb weiter.

2,2 Millionen Euro kostet die Ertüchtigung, deren markantestes Merkmal die enormen Stahlträger links und rechts der Längsseiten sind und die noch ein bisschen „Zeltatmosphäre“ vermitteln. Davon kommen 1,3 Millionen vom Land NRW und 500.000 vom Bund – und zwar in Anerkennung der überregionalen Bedeutung dieses Festivals. Den Rest will die Moers Kultur GmbH durch Vermietung der Halle für andere Events erwirtschaften. Wobei das derzeit nicht die erste Sorge der Macher rund um Greb ist. „Erst mal müssen wir das Festival hinbekommen. Aber es hat schon viele Anfragen gegeben, die wir ja vor der endgültigen Fertigstellung noch nicht mal beantworten konnten. Sogar eine Abifeier sollte hier über die Bühne gehen.“

Durften ins Zelt 2500 Zuschauer, so passen in die Halle etwa 2000, davon müssen allerdings knapp 800 stehen: 1213 Sitzplätze weisen die Pläne auf Tribüne (585) und Parkett aus. Übrigens mit blauen, schwarzen und gelben Stühlen.

„Piazza“ unter Bäumen

Der Händlermarkt und die Gastronomie, die sich in diesem Jahr etwa um die Hälfte verkleinert präsentieren werden, sind weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine „Piazza“ unter Bäumen soll auch die zum Verweilen einladen, die kein Ticket gekauft haben. Ob der Händlermarkt wieder wachsen wird, ließ Greb gestern offen.

Sicher dagegen ist, dass das Campen im Freizeitpark zu Pfingsten verboten sein wird. Schilder und Handzettel werden darauf hinweisen. Lediglich rund um die Festivalhalle könnten Camper für 50 Euro auch ohne Ticket ihre Zelte aufschlagen und das Bettenkamper Meer umsonst nutzen. Ticketbesitzer werden auf den eingezäunten Liegewiesen des Solimare die Heringe in den Boden stemmen.

Am 5. Juni, also am Donnerstag vor dem Festival, ist „Open House“ in der Festivalhalle. Da können die Moerser dann schon mal schauen, ob das „ihre gute Stube“ werden könnte.

 
 

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