Raupen fressen Buchsbäume kahl

Harry Seelhoff
Dienstag, 04.08.2015, Moers, Der Buchsbaumzünsler befällt Buchsbäume. Foto: Christoph karl Banski / FUNKE Foto Services
Dienstag, 04.08.2015, Moers, Der Buchsbaumzünsler befällt Buchsbäume. Foto: Christoph karl Banski / FUNKE Foto Services
Foto: Christoph Karl Banski / FUNKE Fo
Der Buchsbaumzünsler, ein Falter, ist auf seinem Weg nach Westen in Moers angekommen. Man kann die Raupen allerdings erfolgreich bekämpfen

Am Niederrhein.  Ein unscheinbarer Falter versetzt derzeit die Gartenfreunde am Niederrhein in Angst und Schrecken: Der Buchsbaumzünsler ist „über den Rhein gekommen“, wie es Jürgen van Holt formulierte, als er die Redaktion anrief. Der Scherpenberger ist nicht der einzige, der diesen Schädling in seinem Garten hat und nun um seinen Buchs fürchtet.

Die 70 Jahre alte Hecke, noch von seinem Großvater gepflanzt, liegt dem 66-Jährigen besonders am Herzen, allerdings stehen in seinem Garten noch rund 20 weitere Buchsbäume in Töpfen. Alle sind durch die bis zu fünf Zentimeter großen Raupen des Buchsbaumzünslers gefährdet und drohen, kahlgefressen zu werden. Alles oberhalb der Fraßstelle stirbt ab – keine schöne Aussichten für Jürgen van Holt und seine Frau Monika. Er sann auf Abhilfe.

„Ich wollte wenigstens die Topfpflanzen raupenfrei machen.“ Also nahm er einen Pappkarton, schnitt ihn bis zur Mitte ein, schob ihn über den Stamm der Pflanze und hängte sie so kopfüber in einen Wassereimer. Nach etwa acht Stunden, so seine bisherige Erfahrung, sind die Raupen tot. Doch das funktioniert nur mit relativ kleinen Pflanzen, weshalb er auch versuchte, die Raupen abzusammeln.

Biologische Insektizide anwenden

Die Redaktion fragte bei Volker Atrops nach, Inhaber der Baumschule Atrops in Rheurdt und Buchsbaumexperte. Er rät, ebenso wie die Biologen der Biologischen Station des Kreises Wesel, bei der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers zu umweltverträglichen Mitteln wie dem biologischen Insektizid „Bacillus thuringiensis“.

Atrops: „Ich rate von Chemie ab, da dann auch die Nützlinge abgetötet werden.“ Wer seinen Buchs im Frühjahr oder im Herbst mit Gesteinsmehl bestäube und die Pflanze etwa drei Mal im Jahr mit einer Bacillus-Lösung besprühe, müsse keine Angst vor größeren sichtbaren Schäden an seiner Pflanze haben.

Beim Spritzen des Mittels sei allerdings der Zeitpunkt sehr wichtig, erklärt Volker Atrops. Seien die Raupen schon zu groß oder gar verpuppt, sei die Wirkung nicht optimal. Daher sagt er: „Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, was zu machen!“ Sollte der Buchs allerdings schon sehr stark befallen sein, so helfe das Ausspritzen mit einem Hochdruckreiniger, aber: „Vorsicht mit der Rinde.“

Ein Falter legt 150 Eier

Das Absammeln der Raupen sei nicht nur mühselig, sondern auch kaum von Erfolg gekrönt, erklärt Atrops. Allerdings könne man mit einer Fliegenklatsche durchaus präventiv tätig werden: „Ein toter Falter bedeutet 150 Eier weniger.“ Und damit viele Raupen weniger, die sich am Buchsbaum gütlich tun.