Räder für die Fahrradwerkstatt in Neukirchen-Vluyn gesucht

Das Team
Das Team
Foto: Funke Foto Services
Das ehemalige Pfarrhaus an der Bruchstraße wird mittwochs ab 16 Uhr zur Fahrradwerkstatt. Ein Team aus Ehrenamtlern macht Zweiräder verkehrstauglich.

Neukirchen-Vluyn..  Im ehemaligen Pfarrhaus an der Bruchstraße, neben der Neukirchener Dorfkirche, herrscht reger Betrieb. Wo ehedem Tische, Stühle und andere Sitzmöbel standen, parken jetzt Fahrräder. In allen Größen, in vielen denkbaren Ausführungen.

Die Regale von der Kirchengemeinde stehen noch an der Wand. Bücher sind aber keine mehr drin, dafür Kisten mit Dynamos, mit Schrauben, Klemmen und sonstigen Ersatzteilen. Eben das, was echte Schrauber brauchen, um aus alten Rädern fast neue zu machen. Hier ist mittwochs die Welt auf zwei Rädern von Volker Arians und seinem Reparaturteam zu finden, der Fahrradwerkstatt der Ehrenamtler von Neukirchen-Vluyn.

Angefangen hatte alles damit, dass sich Volker Arians ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollte. Die Stadt Moers ließ ihn warten. Die Flüchtlingsbeauftragte von Neukirchen-Vluyn, Karin Heintel, hat sich gefreut, dass er dann bei der Grafschafter Diakonie an die Tür geklopft hat.

Und dann war da noch Pfarrer Frank Rusch, der bei der Koordinationsstelle mitteilte, dass einige Männer seiner Gemeinde das Radprojekt auf die Beine stellen wollten. Prompt wurden alle Schrauber zusammengebracht und die Kirchengemeinde stellte die Garage zur Verfügung. Willi Bornemann: „Die Garage war schnell zu klein.“ Und kalt sei es im Winter auch, merkt Volker Arians an. Also zog das Werkstatt-Team ins Haus um.

„Ein Bunt gemischter Haufen“, sagt Klaus Bittmann, der sich beim Verein direkte Flüchtlingshilfe engagiert. Rund 60 Räder hat die kleine Mannschaft jetzt schon in den Fingern gehabt, hat Reifen ersetzt, Licht montiert, Pedalen getauscht und sonstige Reparaturarbeiten erledigt, um ein Rad wieder verkehrstauglich zu machen. Wie Willi Bornemann und Klaus Bittmann ausführen, gestaltete sich die Ausgabe der Räder zunächst durchaus schwierig. Kaum war es repariert, schon griff jemand danach. Also ging die Gruppe in Absprache mit dem Treff 55 dazu über, die fertigen Räder nach einer Liste zu verteilen, die Begünstigte nach bestimmten Kriterien festlegt. Etwa, wie schnell die Person das Rad benötigt, ob sie damit zu Deutschkursen radeln muss oder die Kinder zur Schule.

Zudem erheben die Männer jetzt einen Instandsetzungsbeitrag in Höhe von zehn Euro pro Rad. Die Räder werden erfasst und den neuen Besitzern zugeordnet. Wie Klaus Bittmann erklärt, wartet das Team derzeit auf 400 Flyer vom ADAC mit den deutschen Verkehrsregeln. Die Infozettel sollen an die Flüchtlinge verteilt werden.

Im Team sind neben den bereits genannten Herren sowie Christian Woller, Jochen Bruckmann, Johannes Janßen und Jörg Schreiber auch Alaa Selo und Farid Hassani am Start. Die beiden kämen regelmäßig, sagt Arians. So lernen die zwei beim gemeinsamen Schrauben auch die Arbeitsabläufe und Teile der deutschen Sprache mit.

 
 

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