Pures Glück auf vier Pfoten

Seit gut einer Woche lebt der Mischlingshund Felix bei der im Seniorenwohnheim lebenden Eleonore Maurer.
Seit gut einer Woche lebt der Mischlingshund Felix bei der im Seniorenwohnheim lebenden Eleonore Maurer.
Foto: Ulla Michels

Moers..  Der kleine Mischling Felix kann es wohl nicht so ermessen, aber er dürfte schätzungsweise der geliebteste Hund auf diesem Planeten sein. Zumindest seit einer Woche. Da zog er zu Eleonore Maurer ins Rudolf-Schloer-Stift: „Das war Liebe auf den ersten Blick. Ein Traumhund ist das“, geht der 75-Jährigen das Herz auf.

Das haben die Menschen nicht immer so gesehen. Denn Felix heißt zwar „der Glückliche“, aber der kleine Bursche kam von einer Tötungsstation in Frankreich zur Kleinen Arche nach Straelen. Und auch da war er nicht erste Wahl bei denen, die nach einem neuen Hund Ausschau hielten: „Schwarz, klein, alt, das sind immer arme Socken“, weiß Karin Kuhlmann von der Tierherberge Kamp-Lintfort, die an der Vermittlung des kleinen Felix beteiligt war. Da können sie noch so lieb und unkompliziert sein.

Eigenschaften, die dem geschätzt acht bis neun Jahre alten Burschen nun endlich einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens beschert haben. Denn Felix wird nicht nur geliebt. Er wird auch geschmust, wo er geht und steht. Die Pfleger kraulen im Vorbeigehen mal eben, die Heimbewohner strecken ihm ihre Hände entgegen, wenn er munter über den Gang tippelt und Eleonore Maurer, ja, die hat auch Nachholbedarf. Schließlich war sie jetzt zwei Jahre ohne Hund. Musste, als es ihr gesundheitlich schlechter ging, nicht nur aus ihrer Wohnung raus, sondern auch noch den geliebten Pekinesen Bärchen abgeben. „In gute Hände“, wie sie sich tröstet. Und wenn sie jetzt sagt „Ich bin glücklich“, dann kommt das aus ganz tiefem Herzen. Nun stimmt der Spruch der Mitbewohner erst recht: „Eine Feier ohne Frau Maurer geht nicht.“

Der um die Schnauze in Ehren ergraute Mischling ist bislang der einzige vierbeinige Senior im Seniorenheim. Und natürlich hat Leiter Thorsten Krüger sich das ganz genau überlegt, wie so etwas gehen könnte. Zum Beispiel, wer Gassi geht, wenn Frauchen mal nicht kann. Gleichwohl pflegt man im Schloer-Stift grundsätzlich ein entspanntes Verhältnis zu Hunden. Mitarbeiter können ihre schon mal mitbringen, Besucher ebenso. Und gegen Verstärkung für Felix spricht aus Sicht Thorsten Krügers grundsätzlich erst mal nichts, nicht mal gegen die schnurrende Variante. Einzige Voraussetzung: Herrchen oder Frauchen müssen fit sein.

Ein neues Lebensgefühl

Über die therapeutische Bedeutung so eines vierbeinigen Freundes muss man keine großen Studien lesen. Da muss man nur einmal Eleonore Maurer erleben, wenn sie mit glänzenden Augen sagt: „Der Hund macht mich gesund. Sonst haben mir immer die Beine weh getan. Jetzt spüre ich nix mehr. Das ist ein ganz neues Lebensgefühl mit ihm.“ Eines, das sie vier bis fünf Mal am Tag nach draußen treibt, Gassi gehen. Und eines, das es im Bett schon mal eng werden lässt, wenn Felix beschließt, dass auch das schönste Körbchen noch getoppt werden kann. Wahre Liebe eben.

Die im besten Falle noch viele Jahre anhält. Und sollte Sonnenschein Felix seine Eleonore überleben, muss er sich immerhin keine Sorgen mehr machen. Dann, das betont Tierschützerin Karin Kuhlmann, ist sichergestellt, dass die Kleine Arche wieder für ihn sorgen wird. Auch wenn das sicher nicht damit zu vergleichen ist, der geliebteste Hund auf diesem Planeten zu sein.

 
 

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