Preise für großen sozialen Geist in Moers

Zusammen für die Flüchtlinge: Amar Azzoug, Katja Diemer, Anna Kreik, Hayat Ketfi, Freddy Fischer, Peter Dischhäuser und Christoph Fleischhauer (v.l.).
Zusammen für die Flüchtlinge: Amar Azzoug, Katja Diemer, Anna Kreik, Hayat Ketfi, Freddy Fischer, Peter Dischhäuser und Christoph Fleischhauer (v.l.).
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Die Freddy-Fischer-Stiftung zeichnet den Bunten Tisch Moers und das Berufskolleg Technik in Moers für ihre Flüchtlingsprojekte aus.

Moers..  „Man redet immer von Moers als Kulturstadt. Aber Moers ist auch eine Stadt mit großem sozialem Geist. Viele setzen sich hier wie selbstverständlich ein. Da passiert viel mehr, als es die Öffentlichkeit oft wahrnimmt“, erklärte jetzt Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Zwei gute Beispiele dafür saßen mit ihm am Tisch: Hayat Ketfi als Koordinatorin der Flüchtlingshilfe beim Bunten Tisch und bei der Stadt sowie Anna Kreik als Integrationsbeauftragte beim Berufskolleg für Technik und der stellvertretende Schulleiter Peter Dischhäuser.

Beide erhielten unlängst den Solidaritätspreis der Freddy-Fischer-Stiftung und der NRZ im Düsseldorfer Landtag. Doch dabei wollte es der Bürgermeister nicht bewenden lassen: „Wenn zwei Preisträger aus Moers kommen, ist das doppelt zu würdigen“, unterstrich er.

Am Berufskolleg für Technik wollte man auf die Flüchtlinge zugehen: „Flüchtlinge kommen jetzt als Gäste zu uns in den Politikunterricht und erzählen unseren Schülern von ihren Schicksalen“, schildert Dischhäuser. Das Pilotprojekt war ein Volltreffer. „Die Einstellung der Schüler zu Flüchtlingen hat sich dramatisch geändert. Sie wissen jetzt, dass die Bedingungen für sie hier nicht rosig sind. Und auch die Gründe, warum sie hier sind, hinterlassen tiefe Eindrücke.“ Inzwischen sei man auf dem Weg, daraus einen Schulversuch zu machen, Kontakte zum Kreis und zur Schulbehörde seien geknüpft, andere Kollegs im Kreis wollten mitmachen. Dafür bekam die Schule den Sonderpreis (2500 Euro) des Essener Unperfekthaus-Gründers Reinhard Wiesemann.

Eine Art Moerser Leitstelle für Integration ist der Bunte Tisch. Amar Azzoug, Hayat Ketfi und 20 ehrenamtliche Helfer sind nicht nur an der Kornstraße für die inzwischen 900 Flüchtlinge da, sie gehen auch zu den Unterkünften. Und sie haben zusammen mit dem Handwerk ein Pilotprojekt angestoßen, das jungen Flüchtlingen Sprachunterricht und eine Ausbildung samt Gesellenbrief bietet.

Auch das nächste Projekt ist schon angeschoben: „Mit der Arge und der Bethanienakademie sollen Flüchtlinge sprachlich fit gemacht und dann in den verschiedensten Krankenhausbereichen aus- oder weitergebildet werden.

Stifter Freddy Fischer, Unternehmer in Essen und wohnhaft in Moers: „Wir haben uns viele Projekt-Bewerbungen auch im Ruhrgebiet angesehen. Was in Moers geschieht, gehört zur obersten Liga!“ Diese Art der Flüchtlingsarbeit sei in kaum einer anderen Stadt zu finden.

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