Polizei nimmt mutmaßlichen Pferde-Ripper fest

Michael Passon
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Moers/Krefeld. Die Nachricht verbreitete sich rasend schnell. Kaum hatte die Polizei einen „dringend Tatverdächtigen“ am Samstagvormittag verhaftet, wussten die meisten Pferdebauern und -besitzer im Süden von Moers Bescheid. Und auch jenseits der Grenze, in Krefeld, gab es ein kollektives Aufatmen. Fast kollektiv, denn bei dem einen oder anderen bleibt eine Rest-Skepsis, ob die Ermittlungskommission „Weide“ tatsächlich den gefürchteten „Tierquäler“ gefasst hat, der im Grenzgebiet zwischen Moers und Krefeld innerhalb der letzten drei Wochen ein Schaf und ein Pony enthauptet sowie drei Pferde mit Messerstichen verletzt hatte.

So wollen auch nicht alle Menschen vor Ort, die mit der NRZ reden, namentlich genannt werden. Zu tief sitzt das Grauen vor den extrem brutalen Taten. „Ich habe jetzt natürlich Hoffnung, glaube aber erst daran, wenn der Hufabdruck auf dem Oberschenkel des Verdächtigen zu sehen ist“, erklärt eine Pferdebesitzerin mit Blick auf die dünne Informationslage. Tatsächlich will die Polizei keine Details verraten. Lediglich, dass der Mann bereits in U-Haft sitze und man bald zu einer Pressekonferenz bitte.

Dem Vernehmen nach soll der Mann wohl selbst Verletzungen aufweisen, was zu der Information passen würde, dass sich das letzte Pony, dem der Täter in den Hals stach, heftig gewehrt haben soll. Ein JVA-Freigänger soll es im Übrigen nicht sein. Ein Täter aus der Nachbarschaft? Die Zeit der Spekulation hat begonnen. In der Pferde-Szene ist man jedenfalls in erster Linie glücklich, dass der Spuk höchstwahrscheinlich vorbei ist. Pferdebesitzerin Barbara Paikert beispielsweise sagt: „Den allermeisten hier ist die Erleichterung deutlich anzumerken.“