Piraten in Sicht

Das Bild vom Montag, den 17.02.2014, zeigt Jochen Lobnig von der Piraten-Partei in Neukirchen-Vluyn im Interview. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Das Bild vom Montag, den 17.02.2014, zeigt Jochen Lobnig von der Piraten-Partei in Neukirchen-Vluyn im Interview. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Neukirchen-Vluyn..  Über einen Mangel an Aufgaben kann sich Jochen Lobnig nicht beklagen. Der 56-Jährige ist seit 2006 in der Piratenpartei aktiv. Derzeit ist er auf Bundes-, Landes- und auf Kreisebene unterwegs – und möchte zudem am 25. Mai mit seinen Piraten in den Neukirchen-Vluyner Stadtrat einziehen. Lobnig steht auf Platz 1 der Liste. André Landskron (31) folgt auf Platz zwei. Danach: Drei weitere junge Leute. Es ist kein einfacher Weg für die Piraten. Das wissen sie. Gleichwohl versprüht Lobnig eine wohl dosierte Zuversicht.

„Wir haben einmal die Ergebnisse der Bundestagswahl analysiert“, sagt er. In jedem Wahlbezirk hätten sie mehr Stimmen bekommen als MLPD und Linke zusammen, frohlockt Lobnig. Ergo machen sich die Piraten bereit für die kommunale Arbeit. Ein Wahlprogramm für Neukirchen-Vluyn ist erarbeitet. „Wir wollen erreichen, dass die anfängliche gute Information verbessert wird“, sagt Lobnig mit Blick auf die aktuellen Diskussionen in der Stadt. Natürlich haben es auch die Piraten begrüßt, dass die Verwaltung ihre Vorschlagsliste zum Thema Einsparmöglichkeiten endlich öffentlich gemacht hat. Sie stehen für Transparenz, obgleich ihr Vorstoß, politische Sitzungen auch auf kommunaler Ebene im Internet zu übertragen, gemeinhin auf wenig Akzeptanz stieß. „Die Leute interessieren sich nicht mehr für Politik“, mutmaßt Jochen Lobnig. Er möchte aber „mündige Bürger an der Willensbildung“ beteiligen.

Das bedeutet für ihn, die Bürger an der Haustür abzuholen. Auch das keine einfache Aufgabe. Aber: Wer den engagierten Vollbartträger kennt, der weiß, dass er sich nicht von Schwierigkeiten abschrecken lässt. Also hat er sich auch auf die Fahne geschrieben, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze nach Neukirchen-Vluyn zu holen. Zudem sieht er die Notwendigkeit, das Angebot der Kinderbetreuung weiter auszubauen. „Es muss auch in Neukirchen-Vluyn möglich sein, U-1-Kinder mal für einen halben Tag abzugeben“, fordert der Oberpirat. Ganz wichtig: Eine weitere „Stärkung der ohnehin schon guten Jugendarbeit von Erziehungsverein und Kirche“, die Pflege im Alter, der Service für Familien und Senioren. Und natürlich eine ökologische Gesamtausrichtung. Lobnig: „Wir können nicht so weitermachen wie bisher.“

Große Aufgaben. Der Sachbearbeiter im Verkehrskommissariat beim Autobahn-Polizeipräsidium Düsseldorf lächelt. Seinen Job hat er schließlich auch noch. Und den macht er ungemein gern. Er sei froh, „als behinderter Mensch hier sein zu dürfen“, seit er 1995 seinen schweren Dienstunfall im Außendienst hatte. Privat freuen er und seine Frau sich gerade unbändig auf den Nachwuchs, den die Tochter erwartet. Und er behält seine diversen ehrenamtlichen Engagements im Blick, wie Klartext für Kinder, Erinnern für die Zukunft, Unicef, Bärenherz. Nun, und da wäre jetzt noch der Wahlkampf.

 
 

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