Photovoltaik ist brandgefährlich

Die Feuerwehr Neukirchen-Vluyn war mit insgesamt 35 Feuerwehrleuten im Einsatz.
Die Feuerwehr Neukirchen-Vluyn war mit insgesamt 35 Feuerwehrleuten im Einsatz.
Foto: NRZ

Neukirchen-Vluyn..  Alarm in der Nacht zu Montag: Am 28. Januar wurde die Feuerwehr um 2.37 Uhr zu einem Garagenbrand auf dem Seiltgenweg alarmiert. „Bereits auf der Anfahrt war Feuerschein sichtbar, so dass sofort der Löschzug Vluyn nachalarmiert wurde“, heißt es im Bericht. Der Einsatz war erst um 6.45 Uhr beendet.

„Im Anbau an einer Scheune, der als Werkstatt genutzt wurde, hatte das Feuer bereits auf das Dach übergegriffen. Sechs Trupps der Feuerwehr unter Atemschutz setzten insgesamt sechs C-Rohre und zwei Mittelschaumrohre ein, um den Brand zu löschen“ beschreibt die Wehr ihren Einsatz, „kleinere Glutnester wurden noch bis zum Morgen abgelöscht.“

Kein Einsatz wie allen anderen

Verletzt wurde keiner der 35 Wehrleute – ein ganz normaler Einsatz also. Aber eben doch nicht ganz so normal: Auf dem Dach der Scheune ist eine Photovoltaik-Anlage installiert – Gefahr und Herausforderung für die Retter.

Jörg Uhlig ist der Pressesprecher der Neukirchen-Vluyner Feuerwehr und erklärt die Probleme, vor der er und seine Kameraden standen: „Auch wenn’s nachts brennt, erzeugt eine Photovoltaik-Anlage Strom.“ Denn die Brandstelle wird von der Feuerwehr ja mit Scheinwerfern ausgeleuchtet – Futter für die Anlage. Laut Jörg Uhlig gebe es zwar die Möglichkeit, durch einen außen am Gebäude angebrachten Schalter beispielsweise die Stromzufuhr in den Keller, also die Einleitung ins Stromnetz, zu unterbrechen.

Was allerdings nicht verhindert, dass die Anlage auf dem Dach weiterhin unter Strom steht. „Einen Meter Sicherheitsabstand mindestens“ – so beschreibt Jörg Uhlig die Möglichkeit, sich vor einem Stromschlag zu schützen. Im Rahmen eines Tagesseminars beim Stromversorger Enni seien die Wehrleute geschult worden, mit der Gefahr umzugehen. Zudem, so gibt der Pressesprecher zu bedenken, erschwerten Photovoltaik-Anlagen die Löscharbeiten, da oftmals die Dächer komplett damit eingedeckt seien.

Die Brandursache konnte gestern noch nicht geklärt werden. Die Kripo geht nach Angaben der Feuerwehr allerdings von einem technischen Defekt aus; die Brandermittler sind bei der Arbeit. Der Sachschaden wird vorläufig auf rund 20 000 Euro beziffert.

 
 

EURE FAVORITEN