Pause im Alltag mit Demenz

Moers..  An manchen Donnerstagen könnte Ulla Buchwald fast neidisch werden. „Ihr macht immer so schöne Vormittage, dass ich am liebsten bleiben möchte“, sagt sie. Diesen Eindruck scheint ihr Mann Siggi voll und ganz zu teilen. Auf jeden Fall ist der 76-Jährige seit fünf Jahren jeden Donnerstag mit von der Partie, wenn es im evangelischen Gemeindezentrum Hülsdonk (Schwanenring 5) von 9.30 bis 12.30 Uhr Zeit für das „Café Vertellekes“ ist.

Gesellige Leute waren die Buchwalds schon früher. Doch seit Siggi Buchwald die Demenz-Diagnose erhielt, dreht sich das ganze Leben der beiden nur um die Krankheit und die Pflege. Erholung, Spaß und das Zusammensein mit anderen kommen für beide zu kurz. Wenigstens einen Bruchteil davon finden die Buchwalds am Schwanenring auch heute noch. „Für die Erkrankten sind die Treffen unterhaltsam, den Angehörigen verschaffen sie einmal etwas Luft“, sagt Albert Sturtz. Der Fachberater Demenz der Grafschafter Diakonie organisiert und betreut die Treffen zusammen mit zwei geschulten ehrenamtlichen Helferinnen.

„Uns ist es wichtig, eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen“, sagt er. Zum Standard gehört die „Vertellekes-Runde“ zu Beginn. „Vertellekes“ machen die Teilnehmer immer zu einem bestimmten Thema und passend dazu hat das Helferteam den Tisch gedeckt. Noch ein Grund, warum Siggi Buchwald seit fünf Jahren kaum einen „Vertellekes-Termin“ verpasst hat.

 
 

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