Parkinsonkranke auf großer Fahrt

Moers..  32 Parkinson-Betroffene aus ganz Deutschland hatten sich jetzt trotz ihrer Krankheit auf das Abenteuer einer Norwegen-Kreuzfahrt eingelassen. „Für viele war es der erste Urlaub nach langer Zeit. Alleine hätten sie sich so etwas niemals getraut“, schildert Detlev Friedriszik aus Rheinberg, der die Reise zusammen mit seiner Frau Marianne organisiert hatte. Beide gehören der Parkinson-Selbsthilfegruppe Moers an.

Detlev Friedriszik, der seit sechs Jahren an Parkinson leidet, setzt sich aktiv für mehr Lebensfreude trotz der unheilbaren Krankheit der Betroffenen ein. „Wir müssen sie aus ihrem Schneckenhaus holen“, bekundet er. So organisierte er die Kreuzfahrt und räumt ein: „Auch für mich war es zunächst ein Wagnis. Ich wusste ja nicht, wie krank die Mitreisenden sein würden.“ Nicht nur er staunte: „Als ich am dritten Tag sah, wie ein Teilnehmer ohne seinen Gehstock übers Deck spazierte, war ich von den Socken.“

Und: „Die meisten Veranstalter winken ab, wenn es um kranke Reisende geht“, weiß Friedriszik. Dankbar ist die Parkinsongruppe daher dem Reisebüro Kios West und dem Veranstalter Ambiente Kreuzfahrten, die den Kranken den Urlaub möglich machten. Eine Ostseekreuzfahrt und eine Mittelmeerkreuzfahrt stehen als nächstes auf dem Programm.

Detlev Friedriszik und seine Mitstreiter erhielten bereits den Preis für innovative Öffentlichkeitsarbeit für Selbsthilfegruppen der Marion-und-Bernd-Wegener-Stiftung. So ermutigt, startet der Parkinson-Betroffene am 1. Oktober eine bundesweite Kampagne mit Postern und Flyern zusammen mit 4500 Apotheken, 1000 Ärzten und 600 Kliniken. „Wir wollen die Betroffenen in die Selbsthilfegruppen holen und die Öffentlichkeit über die Krankheit aufklären.“ Dazu gibt es auch eine DVD, ein Buch und ein Hörbuch mit Geschichten zum Schmunzeln und Nachdenken über das Thema Parkinson.

Das Parkinson-Selbsthilfeprojekt Moers besteht aus zwei Gruppen mit insgesamt etwa 90 Betroffenen, die sich ein Mal im Monat treffen. Auch viele Kranke aus der Umgebung gehören dazu. Die Treffen finden in der Awo-Begegnungsstätte an der Bonifatiusstraße in Asberg statt. Die Leitung hat Heidrun Tiedemann. Kontakt ist möglich unter 02841/65 52 18.

 
 

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