Ohne Luxus, trotzdem modern

Moers.. Seit gestern Abend ist es offiziell: In Rheinkamp bekommt die Stadt ein neues Sportzentrum mit einem Hallenbad und zwei Turnhallen. Baubeginn ist im Februar 2011, Eröffnung eineinhalb Jahre später. Jährlicher Zuschussbedarf: 2,1 Millionen Euro. So hat es erwartungsgemäß der Verwaltungsrat der Städtischen Betriebe Moers (sbm) entschieden.

Luxus wird man in der Anlage vergeblich suchen, modern und funktional wird sie trotzdem sein. Sie orientiert sich zuerst an den Bedürfnissen des Schul- und Vereinssportes.

60-Meter-Sprintstrecke
für Leichtathleten

Öffentliches Schwimmen beispielsweise ist nur für 34 Stunden pro Woche - vorzugsweise an Wochenenden - vorgesehen. Die Besucher werden dann einen Kassenautomaten bedienen müssen.

Im Bad wird ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen ausgestattet sein, dazu kommt ein Sprungturm mit Ein- und Drei-Meter-Brett. Das separate Lehrschwimmbecken erhält einen Hubboden und bietet Raum für Kurse und Schulschwimmen.

Die beiden Sporthallen werden Aktivitäten auf bis zu sechs Feldern gleichzeitig zu. Stolz sind die Sport- und Bäderbetriebe, die das Zentrum betreiben sollen, auf einen architektonischen Kniff: Er ermöglicht die Verbindung der Hallen, so dass Leichtathleten eine 60-Meter-Sprintstrecke erhalten. Auch den Volleyballern des Moerser SC steht nach der Fertigstellung im August 2012 endlich eine bundesligataugliche Spielstätte zur Verfügung: Die größere der beiden Hallen ist neun Meter hoch und bietet auf den veränderbaren Tribünen bis zu 1000 Besuchern Platz. Die Deckenhöhe erlaubt zudem Stabhochsprung.

4,7 Millionen -
und keinen Euro mehr

15,5 Millionen Euro werden die sbm in Rheinkamp investieren. Für Vorstandschef Stefan Krämer ist wichtig, dass sich der Zuschussbedarf für das Sportzentrum mit 2,1 Millionen Euro pro Jahr etwa im Rahmen dessen bewegt, was im Ursprungskonzept vorgesehen war. Weil man jetzt öffentliches Schwimmen in Rheinkamp ermöglichen wird, liegt der Zuschuss etwa 150 000 Euro über dem alten Ansatz. Krämer betont allerdings, dass die einmal beschlossene Grenze von jährlich 4,7 Millionen Euro aus Enni-Gewinnen nach wie vor gilt: „Wenn wir den Rest für Freizeitbad, Sauna und Eissporthalle am Solimare ausgeben, gibt es kein weiteres Geld für die Stadt.“ Heißt umgekehrt: Braucht die Stadt Geld von ihrer Tochter Enni für den maroden Haushalt, rücken alle Pläne am Solimare in weite Ferne.

Was auch für das Naturfreibad in Rheinkamp gilt. Das neue Sportzentrum wird so angeordnet, dass das alte Wellenbadbecken verschwinden muss. Für die Badeteiche kann es nicht mehr genutzt werden.

 
 

EURE FAVORITEN