Offene Fragen und Vorwürfe vor Moers-Festival

Moers.. Schlechte Vorzeichen für das 39. Moers-Festival: Die Zukunft des künstlerischen Leiters Reiner Michalke ist ungewiss. Ab 2011 müssen die Jazz-Camper zahlen. Kultur GmbH-Chef Worgul schweigt zu Vorwürfen der Kumpanei.

Es wird ein Spießrutenlaufen für Reiner Michalke, da macht sich niemand etwas vor. Auch der künstlerische Leiter des Moerser Jazz-Festivals nicht: „Natürlich wäre mir ein starkes Signal für eine weitere Zusammenarbeit vor dem Festival lieber gewesen. Diese Chance wurde verpasst“, sagt Michalke vor dem 39. Moers-Festival an Pfingsten.

Düsseldorf wartet wohl auf Moerser Ratsentscheid

„Jetzt werden am Wochenende viele Fragen nach der Zukunft gestellt. Dabei sollte die Musik im Vordergrund stehen“, so Michalke weiter. Angesichts der vielen Nebengeräusche wie die geplante Ankündigung, dass die Camper ab 2011 zur Kasse gebeten würden, bleibt dies jedoch ein frommer Wunsch. Wie diese Quelle erschlossen wird, steht noch nicht fest. Die Kopplung des Zeltplatzes an eine Eintrittskarte zum Festival scheiterte Anfang der 90-er.

Michalke weiß sehr wohl, was die Stunde geschlagen hat. Nicht alle Aufsichtsmitglieder setzen weiter auf ihn, die Gespräche sollen - vorbehaltlich des Ratsentscheids - gleich in der nächsten Woche aufgenommen werden. Derweil sickerte durch, dass Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Große-Brockhoff als Redner beim sonntäglichen Bürgermeisterempfang erwartet wird.

Unbeantwortete Fragen zur Schanklizenz

Dem Vernehmen nach gibt es in Düsseldorf Pläne zur Unterstützung der traditionsreichen Veranstaltung, allerdings warte man den Moerser Ratsentscheid ab. Große-Brockhoff war am Mittwoch für ein Statement nicht zu erreichen.

Derweil zieht es Kultur GmbH-Geschäftsführer Ralf Worgul weiterhin vor, sich wegzuducken. Berechtigte Anfragen der Redaktion im Interesse der Transparenz dieser steuerfinanzierten Veranstaltung werden ausgesessen, die Vorwürfe der Kumpanei bei der Auftragsvergabe für den Ausschank nicht widerlegt, sondern ignoriert.

Aufsichtsratsmitglied Ulrich Köhler, dessen CDU das Festival am liebsten in den Schlosshof verlegen würde, springt derweil für Worgul, der als Geschäftsführer nicht nur auskunftsberechtigt, sondern in weiten Teilen sogar verpflichtet ist, in die Bresche. „Der Mann arbeitet absolut korrekt, steht nur unter Druck.“ Wer die Schanklizenz erhalten hat, wollte aber auch Köhler nicht sagen. „Der mit dem höchsten Gebot“, heißt es, was selbstverständlich sein sollte.

Nach Informationen der Redaktion übernimmt das Biergeschäft, mit dem sich offenbar bis zu 100 000 Euro Profit machen lässt, wie gehabt der Duisburger Anbieter Fritz Events, das Catering ging an die Firma Aberfeld. Es ist angerichtet.

 
 

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