Nutrias sollen mit Fallen in Moers gefangen werden

Wolfgang Krause
Jagt die Nutrias im Schlosspark Moers: Thomas Paulat.
Jagt die Nutrias im Schlosspark Moers: Thomas Paulat.
Foto: Ulla Michels
Thomas Paulat soll den Nutrias, die sich im Bereich des historischen Stadtgrabens in Moers in der vergangenen Zeit stark vermehrt haben, den Garaus machen. Mit Fallen soll er im Auftrag von Stadt und Lineg die Biberratten erlegen. In Zukunft sollen Parkbesucher besser aufgeklärt werden.

Moers. Einen gewissen Niedlichkeitsfaktor kann man ihnen nicht absprechen. Und in Zoos gehören sie nicht gerade zu den unbeliebtesten Tieren. Aber in Moers treiben die Nutrias den Verantwortlichen eher die Sorgenfalten auf die Stirn denn ein entspanntes Lächeln ins Gesicht.

Der Grund dafür ist Wassermangel – im Bereich des historischen Stadtgrabens, der sogenannten Ravelins, wurden in der vergangenen Zeit sinkende Wasserstände festgestellt. Die Zahl der Nutrias (Biberratten) hat sich dort zuletzt stark erhöht. Vermutlich, so äußern sich die Linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft und die Stadt, sind die unterirdischen Gänge und Bauten dieser Tiere im Uferbereich dafür verantwortlich, dass das Wasser weniger wird.

Großteil der Tiere im Visier

Elke Wimmer, Pressesprecherin der Lineg: „Der Stadtgraben hat keinen natürlichen Zulauf. Und obwohl der Wasserlauf durch Lehm komplett abgedichtet ist, fließt Wasser ab. Wir müssen ständig hineinpumpen.“ Jetzt soll Thomas Paulat Abhilfe schaffen. Eigentlich arbeitet der Mann aus Hessen mit Moerser Wurzeln in einem Lager. Aber er betätigt sich auch als Nutriajäger. Im Auftrag der Lineg stellt er den Nutrias seit Donnerstag mit Fallen nach.

Ob er alle erwischt? Daran glaubt Paulat nicht. „Ich werde nicht alle kriegen.“ Aber einen Großteil der Tiere, etwa 20 bis 30, hat er schon im Visier. Sein Lohn ist eine sogenannte Schwanzprämie – sechs Euro pro erlegtem Tier aus den Totschlagfallen, nachgewiesen durch fünf Zentimeter des abgeschnitten Schwanzes, bekommt Paulat als Entgelt. Auf etwa eine bis eineinhalb Wochen schätzt er die Dauer seiner Aktivität.

Fallen mit Pastinaken gespickt

Die Fallen spickt Paulat mit Pastinaken, einem Wurzelgemüse. „Äpfel sind noch besser. Aber hier sind zu viele Enten, die davon auch angelockt werden.“ Und die sollen ja nicht erlegt werden.

Täglich ein bis zwei Mal werden die Fallen kontrolliert – und gegebenenfalls neu bestückt. Sie werden ausschließlich an üblicherweise nicht zugänglichen Stellen abgelegt. Schließlich soll ja kein Mensch zu Schaden kommen. Aber das könnte passieren, wenn man den Nutrias nicht Einhalt gebietet: Wurzeln von Bäumen könnten angefressen werden und diese dann umstürzen.

Natürliche Feinde fehlen

Dass sich die Nutrias so sehr vermehrt haben, wird auf zwei Faktoren zurückgeführt. Zum einen fehlen natürliche Feinde, zum anderen gibt es Besucher des Schlossparks, die die Tiere füttern. Jetzt soll nach der Jagd durch Informationsveranstaltungen sowie Broschüren und Hinweistafeln auf die Problematik des Fütterns und der damit verbundenen Konsequenzen, auch für das Gewässer, hingewiesen werden.

Insbesondere sollen die Aufklärungen an Kindergärten und Schulen erfolgen, denn „wir setzen auf die Lernbereitschaft und Einsicht der ganz kleinen Parkbesucher“, erklärten Thorsten Schröder, Pressesprecher der Stadt, und Elke Wimmer gemeinsam.