Nutria-Tunnel bedrohen die historische Wallanlage in Moers

Nutrias: Die Tiere sind putzig anzusehen. Doch ihre Bauten sorgen mancherort für Ärger.
Nutrias: Die Tiere sind putzig anzusehen. Doch ihre Bauten sorgen mancherort für Ärger.
Foto: Ralph Bodemer / WR
Nagetiere ziehen in Moers die historische Befestigungsanlage in Mitleidenschaft. Nutrias sollen den Wall mit ihren Bauten und Gängen massiv unterhöhlt haben. Die Wasserstände sinken bereits, der Stadtgraben könnte leer laufen. Möglicherweise wird jetzt Jagd auf die Tiere gemacht.

Moers. Die historische Befestigungsanlage ist in Gefahr, der Stadtgraben könnte leer laufen – so die Befürchtungen der Lineg (Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft), die für den Stadtgraben zuständig ist. Der Grund: Die Nutrias (Biberratten) haben sich enorm vermehrt, unter anderem, weil sie von Menschen gezielt gefüttert werden. Die CDU-Fraktion stellte nun eine Anfrage an Bürgermeister Norbert Ballhaus, wie man den Rattenbestand reduzieren wolle.

Dazu die Lineg: „In letzter Zeit wurden im Bereich des historischen Stadtgrabens (Ravelin) sinkende Wasserstände festgestellt, (...).“ Da Nutrias mit unterirdische Gängen und Bauten den Uferbereich unterhöhlen, liegt dies als Ursache nahe, so die Lineg. „Des Weiteren konnte im Moerser Schlosspark eine Erhöhung der Vermehrungsrate der Nutria beobachtet werden, (...). Mangels natürlicher Feinde und Fütterung durch Spaziergänger scheint dies nicht weiter verwunderlich. Die Lineg, so Pressesprecherin Elke Wimmer, setze sich für jede Methode ein, die den Bestand der Tiere reduziert.

Stadt würde einer Jagd auf die Tiere zustimmen

Der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein (GMGV), dem das Bodendenkmal – ein solches ist die Wallanlage – sehr am Herzen liegt, habe sich noch nicht mit dem Problem befasst, so der Vorsitzende Udo Pieper. Es sei aber ein Termin mit der Lineg geplant.

Die Stadt, so Sprecher Thorsten Schröder, stehe hinter der Lineg, sofern diese eine Bejagung der Ratten durchführen wolle.