Neukirchener Bahnhof hat einen Haken

Das Gebäude des Bahnhof Neukirchen an der Krefelder Strasse nach der Sanierung.
Das Gebäude des Bahnhof Neukirchen an der Krefelder Strasse nach der Sanierung.
Foto: Ulla Michels
Investor Gerardus Aaldering ist nicht erfreut: Der Rat will vom ihm eine schriftliche Bestätigung, dass er sich als Besitzer des Neukirchener Bahnhofs nicht über Zuglärm beschweren wird, sollte die Bahnstrecke einmal aktiviert werden. Diese Bestätigung will Aaldering nicht unterschreiben.

Neukirchen-Vluyn.  Am Neukirchener Bahnhof geht es sichtbar voran. Die Pflasterarbeiten sind abgeschlossen, der Stellplatz für die Reisemobile gut erkennbar, das Häuschen mit den sanitären Einrichtungen fertig. Kurzum: Es sieht danach aus, als ob dort schon bald die ersten Reisemobilisten Station machen könnten. Es gibt allerdings einen Haken, der die Realisierung doch ein wenig verzögern könnte.

So hatte im jüngsten Ausschuss für Stadtentwicklung die SPD-Fraktion bei der Zustimmung zum Durchführungsvertrag einen Zusatz vorgeschlagen, der den Investor Gerardus Aaldering wenig begeistert. Dabei geht es um den Wunsch einer Reaktivierung der Bahnstrecke, der parteiübergreifend geäußert worden ist. Der Investor soll, so sieht es der Beschluss vereinfacht vor, jetzt schon darauf verzichten, sich später zu beschweren, wenn es durch vorbeifahrende Züge zu laut wird. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass er Ansprüche geltend machen könnte“, erklärt Gerd Lück (SPD) den Vorstoß, den er somit als reine Vorsichtsmaßnahme kennzeichnet.

Für Gerardus Aaldering ist indes klar: „Ich werde diese Vereinbarung nicht unterschreiben.“ Wie er sagt, habe er gar nicht dagegen einzuwenden, wenn morgens und abends mal ein Personenzug die Strecke passiere. Aber – und das ist seine Hauptsorge – schweren Güterzugverkehr mag er auf der Strecke nicht klaglos hinnehmen. Aaldering: „Ich habe genug Federn gelassen durch den Umbau der Straße.“ Wie die Friedenseiche habe auch sein Betrieb durch die Umleitung während der Kanalbauarbeiten – in seinem Fall – auf der Krefelder Straße gelitten. Im Gespräch wird deutlich: Der Unternehmer ist genervt und womöglich kurz davor hinzuwerfen.

Das möchte die Stadt selbstverständlich verhindern. „Wir hoffen, dass das Areal nach etlichen Jahren Brache wieder belebt wird“, erklärt der städtische Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens. „Das gilt vor allem für den aus touristischer Sicht lang ersehnten Wohnmobilstellplatz.“ Dass derzeit nicht die heile Welt herrscht, ist dem Wirtschaftsförderer klar. „Ich weiß natürlich auch, dass von Investor und Stadt noch einige Hürden aus dem Weg zu räumen sind, und dazu wird es noch ein Gespräch geben.“ Das soll noch in dieser Woche stattfinden.

Inwiefern der Austausch der beiden bereits in einem ersten Aufschlag zielführend sein kann, wird sich zeigen. Der Investor hat neben dem Stellplatz für Reisemobilisten weitere Pläne mit dem Umbau des Bahnhofsgebäudes.

Wichtig für das weitere Vorgehen ist nun der städtebauliche Vertrag.

 
 

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