Neukirchen-Vluyn will Fair Trade Town werden

Marion May-Hacker, Ernst Deselaers, Michael Erb vom KuCa und Bürgermeister Harald Lenßen im Kulturcafe (v.l.) .
Marion May-Hacker, Ernst Deselaers, Michael Erb vom KuCa und Bürgermeister Harald Lenßen im Kulturcafe (v.l.) .
Foto: Funke Foto Services
Die Stadt peilt den Titel an. Geeignete Gastronomen sind jedoch nicht leicht zu finden.

Neukirchen-Vluyn..  Noch hat es die Stadt nicht ganz geschafft, zur Fair Trade Town zu werden. Aber sie rückt diesem Titel, der vom gemeinnützigen Verein „Fair Trade“ vergeben wird, stetig näher. Verschiedene Kriterien hat die Stadt bereits erfüllt. Als eine schwierige Aufgabe scheint sich jedoch herauszukristallisieren, dass Städte bis 30 000 Einwohner drei Gastronomen finden müssen, die mindestens zwei Fair Trade, also fair gehandelte, Produkte anbieten.

Michael Erb hatte sich mit seinem KulturCafé bereits im September des vergangenen Jahres angeschlossen. Bei ihm gibt es fair gehandelten Kaffee und Zucker sowie auch schwarzen Tee im Angebot. Erb hatte seinerzeit sofort zugesagt.

Jetzt rückt Ernst Deselaers nach. Bürgermeister Harald Lenßen vermeldete gestern, dass er den Inhaber der Gaststätte zur Grenze für die Idee hat begeistern können. Fünf Sekunden musste Deselaers nachdenken, dann gab er seine Zusage. Deselaers: „Ich habe Heimbs Kaffee seit 33 Jahren im Angebot.“

Da der besagte Hersteller auch eine fair gehandelte Variante seines Kaffees anbietet, war es für den Wirt ein vergleichsweise leichter Schritt. Jetzt möchte er zudem Tee auf seine Speise- und Getränkekarte setzen und liebäugelt mit dem fair gehandelten Zucker in kleinen, schlanken, handlichen Einzelportionspäckchen.

Michael Erb weiß, worauf es für Gastronomen bei einer Entscheidung ankommt: „Wichtig ist, dass die Industrie da mitspielt.“ Die Produkte müssen auf den üblichen Einkaufsrouten der Wirte zu bekommen sein. Wer große Umwege in Kauf nehmen muss, die ihn viel Zeit kosten, wird es sich länger überlegen müssen, die Aktion zu unterstützen. Zumal eine Teilnahme für die Gastronomen mit höheren Einkaufspreisen verbunden ist.

„Sobald sich jetzt noch ein weiterer Gastronom entscheidet, zum Beispiel fair gehandelten Kaffee, Tee oder Saft anzubieten, können wir die Bewerbung der Stadt offiziell beim Verein ‘Fair Trade’ einreichen“, erklärt der Bürgermeister. Die weiteren Voraussetzungen, die es zu erfüllen gilt, beispielsweise Schulen, Kirchengemeinden oder Vereine als Mitstreiter zu gewinnen, sind bereits erfüllt.

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