Nebenwirkungen sind im Gewölbekeller Kloster Kamp erwünscht

Laden ein: Antje Pasel (Malerei, li) und Monika Tiedemann (Bildhauerei, re) im Gewölbekeller Kloster Kamp.
Laden ein: Antje Pasel (Malerei, li) und Monika Tiedemann (Bildhauerei, re) im Gewölbekeller Kloster Kamp.
Foto: Christoph K.Banski
Stark, eigenwillig schön, augenzwinkernd selbstbewusst und doch mitunter verletzlich kommen die Holz-Frauen der Bildhauerin Monika Tiedemann im Gewölbekeller des Kloster Kamp daher. Warme gegenständliche Arbeiten, denen Malerin Antje Paselk mit abstrakten Bildcollagen und Installationen begegnet.

Kamp-Lintfort.  Von wegen ein Kerl wie ein Baum: Stark, eigenwillig schön, augenzwinkernd selbstbewusst und doch mitunter verletzlich kommen die Holz-Frauen der Bildhauerin Monika Tiedemann im Gewölbekeller des Kloster Kamp daher. Warme gegenständliche Arbeiten, denen Malerin Antje Paselk mit abstrakten Bildcollagen und Installationen begegnet: „Nebenwirkung“ heißt die aktuelle Ausstellung auf dem Klosterberg, bei der sich zwei Künstlerinnen mit viel Spannung erstmals in einer gemeinsamen Schau begegnen.

Die eine mag Holz, die andere spielt mit Metall. Was auf den ersten Blick trennt, schmiegt sich auf den zweiten wieder zusammen. „Holz ist für mich wie der Mensch. Ein Baum kann ebenso Krankheiten oder Verletzungen haben“, sagt Tiedemann. Ihre Skulpturen sägt sie mit der Motorsäge aus Baumstämmen, bearbeitet die Rohlinge mit dem Beitel – immer völlig intuitiv. Das gewachsene Holz gebe vor, welche Frau daraus wachse, so Tiedemann. Risse fügen sich in die Figur ein, Rindenreste werden zu Konturen, die Schäden eines Baumpilzes lassen plötzlich eine Hand wachsen.

Auch Antje Paselk arbeitet intuitiv – „Schicht für Schicht, fast immer mit Acryl, gemalt oder gesprayt“, so die Moerserin über ihre Herangehensweise. Eines ihrer bevorzugten Materialien: Metall – am liebsten rostiges. „Dinge die älter werden, bewahren ihre Schönheit“, so Paselk. In ihrem Garten sammelt sie Metall – und lässt es dort rosten, um es später für Objekte zu verwenden. Die „Himmelsleiter“? Ein ausrangiertes Grillrost. So entsteht aus Altem immer wieder Neues, lebendige Kunst.

Kennengelernt haben sich die beiden Künstlerinnen im Duisburger Kunstverein „Weidenweg“. Für die Ausstellung „Nebenwirkung“ haben sie ihre Werke spannend in Beziehung gesetzt. Eine der schönsten, eher zufällig von Peter Hahnen vom Zentrum Kloster Kamp entdeckten Nebenwirkungen: Wer über die roten Haare der Skulptur „Frau mit HundebesTIER“ auf die reduzierten Goldtöne in Paselks hängenden Acrylgemälde schaut, dem scheint das Gold plötzlich rot zu leuchten... Eine von vielen erwünschten Nebenwirkungen.

 
 

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