Nach „Jeki“ ist noch nicht Schluss

Kamp-Lintfort. Das Programm „Jeki“, jedem Kind ein Instrument, läuft seit einigen Jahren erfolgreich an Grundschulen. Und danach?, fragten sich die Schulleiter des Gymnasiums Kamp-Lintfort und der Unesco-Schule.

Danach sollte doch mit Musikunterricht lange nicht Schluss sein. In Zusammenarbeit mit der Musikschule, der Stadt, der Sparkasse Duisburg und der Sparkassen-Kulturstiftung haben sie ein bislang einzigartiges Projekt auf die Beine gestellt. Es heißt „Jump“, Jugend Musik Projekt, und richtet sich zunächst an Fünft- und Sechstklässler. Maximal 40 Plätze gibt es für die Kinder.

Eine Stunde Musik
zusätzlich

Sie können Blas- oder Streichinstrumente leihen, erhalten neben einer Stunde des üblichen Musikunterrichts zwei Stunden, in denen es um Ensemblearbeit gehen wird. Gleichzeitig verpflichten sie sich, an der Musikschule Instrumentalunterricht zu nehmen. Wenn Eltern das nicht finanzieren können, wird es womöglich ein Stipendium für die Musikschule geben.

Das ganze war für die Schulleiter mit nicht unerheblichem organisatorischen Aufwand verbunden. Schließlich sollen die Jump-Kinder beider Schulen zusammen lernen und auftreten. „Wir mussten Unterricht blocken, damit das klappt“, erklärt Alexander Winzen vom Gymnasium. „Wir haben das alles in zehn Monaten auf die Beine gestellt. Das ist für einen Beamten sensationell schnell“, schmunzelt Jürgen Rasfeld von der Unesco-Schule. Das Projekt soll nicht ein Schulorchester alter Prägung hervorbringen, sondern auch kleine Ensembles und Bands. Insofern ist man auch bei den Stilrichtungen offen: Ob Klassik oder Rock und Jazz gespielt wird, das wird sich zeigen.

Die Sparkassen-Kulturstiftung spendiert für 30 000 Euro Instrumente. 15 000 Euro schießt jährlich die Sparkasse Duisburg zu. Insgesamt nimmt man 145 000 Euro aus städtischen und Musikschul-Mitteln in die Hand, um diese Förderung möglich zu machen.

Zwar macht sich die Musikschule damit ein wenig selbst Konkurrenz, letztlich aber gewinnen alle, meint Martin Begall. Es sei dem veränderten Alltag der jungen Leute geschuldet, die nach langen Schultagen immer weniger Freizeit für Musik und Sport übrig hätten. „Da ist es sinnvoll, Schulen und Musikschule zusammenzuführen.“

 
 

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