Musikschule Kamp-Lintfort feiert Jubiläum

Musikschulleiter Martin Begall (links) ist von Anfang dabei. Auch Michael Schmidt vom Trägerverein freut sich über das Jubiläum.
Musikschulleiter Martin Begall (links) ist von Anfang dabei. Auch Michael Schmidt vom Trägerverein freut sich über das Jubiläum.
Foto: Christoph Karl Banski
  • In 25 Jahren ändert sich eine Menge – auch in einer Musikschule
  • Wer heute noch Blockflöten-Unterricht nimmt, gilt als Exot
  • Ein anderes Instrument hat der Flöte den Rang abgelaufen

Kamp-Lintfort.  Das beliebteste Instrument ist die Gitarre. Fast jeder dritte Musikschüler entscheidet sich dafür. Erst danach folgen Klavier und Streicher. „Vollkommen exotisch sind dagegen heutzutage bei uns Horn, Trompete, Akkordeon oder Blockflöte“, erklärt Musikschulleiter Martin Begall. „Dabei haben wir mit Dirk Wittfeld einen ausgezeichneten Trompetenlehrer.“ Es ändert sich eben so manches im Laufe von 25 Jahren, auf die die Musikschule zurückblickt und mit ihr der Leiter, der von Anfang an dabei ist.

Zum Guten hat sich auf jeden Fall die räumliche Situation geändert. 1991 fing alles noch ein wenig improvisiert an. Mit einem Büro im Rathaus und Unterrichtsräumen an sechs verschiedenen Schulen über alle Stadtteile verstreut. Auch die Zwischenlösung in der Pestalozzi-Schule, jetzt Niederrheinschule, war auf Dauer nicht ideal. seit vier Jahren nun ist die Musikschule im Alten Rathaus zu Hause. Und angekommen. „Wir haben uns damit deutlich verbessert“, ist Michael Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins, sicher.

Sinkende Schülerzahlen und der schulische Ganztag

Aktuell werden 850 Schüler zwischen drei Jahren und 70 Jahren unterrichtet. Es waren mal gut 1000. Begall erklärt sich die seit zwei Jahren sinkenden Zahlen mit den Anforderungen an Schüler durch G8 und Ganztag. „Da bleibt eben nicht mehr so viel Zeit.“ Das merke man auch an den Teilnehmerzahlen bei „Jugend musiziert“, dass die jungen Leute, selbst wenn sie zur Musikschule gehen, sich das genau einteilen müssen.

26 Musiklehrer unterrichten an der Musikschule. Etwas mehr als die Hälfte der Zeit verbringen sie mit Instrumentalunterricht, etwas weniger als die Hälfte mit Projekten wie Jeki oder Jump, dem Jeki-ähnlichen Modell für die weiterführenden Schulen.

Finanziell gesund, dank eines Zuschusses von 160000 Euro

Finanziell sei die Musikschule relativ gesund, nicht zuletzt auch dank eines städtischen Zuschusses von 160 000 Euro, der, wenn der Haushalt so verabschiedet wird, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, auch erstmal beibehalten wird. Den Zuschuss über das Schulgeld abzufangen, hält niemand für darstellbar. Schon jetzt kostet eine Stunde Einzelunterricht wöchentlich – die teuerste Variante – über 100 Euro im Monat. Gleichwohl ist man sich im Klaren, dass das Thema irgendwann wieder aufkommen wird: „Wenn es eine Streichliste gibt, sind wir immer dabei.“

Jetzt wird aber erst mal gefeiert: Schon am kommenden Freitag, 11. November, 19 Uhr, gibt es ein Kammerkonzert im Rokokosaal des Klosters Kamp: Schüler und Dozenten spielen „Klassik pur“. Das große Festkonzert zum Jubiläumsjahr ist am 3. Dezember, 16 Uhr, in der Stadthalle, an dem sich fast alle Schüler und Dozenten beteiligen werden.

 
 

EURE FAVORITEN