Moerserin ist immer mit dem Rad auf Achse

Klara Helmes
Mobil mit dem Fahrrad: Christel Kreischer ist Fahrradbotschafterin.
Mobil mit dem Fahrrad: Christel Kreischer ist Fahrradbotschafterin.
Foto: Ulla Michels
Christel Kreischer radelt jährlich bis zu 9000 Kilometer. Selbst ihre Einkäufe transportiert sie mit dem Drahtesel.

Moers.  Für ihr Leben gern schwingt sich Christel Kreischer auf ihr Fahrrad. So gern, dass sie seit zweieinhalb Jahren kein Auto mehr gebraucht hat. Kein Wunder, dass die Moerserin seit 2011 Fahrradbotschafterin der Stadt Moers ist. „Ich will hier mal ‘ne Felge verbiegen fürs Fahrrad. Radeln ist gesund, macht Spaß, ist umweltfreundlich und auch praktisch. Ich erledige damit sämtliche Einkäufe.“

Ihr Mini-Cooper stehe seit zweieinhalb Jahren in der Werkstatt, wie Kreischer gesteht. Nur ein paarmal habe sie in dieser Zeit den Wagen ihres Freundes gebraucht. „Zum Transport sehr sperriger Dinge.“ Ansonsten ist die Moerserin auch ohne PKW mobil. 8000 bis 9000 Kilometer strampelt sie im Jahr ab. Dabei tourt sie auch gern mit dem Radsportverein Issum interessante größere Strecken.

Jedes Jahr im Frühling macht Christel Kreischer sich auf nach Mallorca. „Dort verbringe ich 14 Tage und hole mir die ersten dicken Waden für die kommende Saison. Das werden immer um die 1000 Kilometer.“

Sendung auf Radio KW

Die Moerserin macht daneben begeistert seit Jahren Bürgerfunk bei Radio KW. „Ich mache eigens für alle Fahrradfans eine Sendung.“ Die nennt sich FFF, Fahrrad, Freizeit, Fitness und dreht sich um alles Wichtige, was der Radelfreund wissen will oder sollte. „Da geht’s ums Einmotten der Räder im Winter oder um den Frühjahrscheck“, schildert sie.

Auch Tipps für den Kauf gibt es oder Rat für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Und das liegt Christel Kreischer wirklich am Herzen: „Sicherheit ist wichtig. Ich trage immer einen Helm und eine dünne gelbe Signalweste beim Radeln in der Stadt. Die Westen bekommt man übrigens beim Stadtmarketing.“

Neben parkenden Autos können auch Hunde den Radlern das Leben schwer machen. „Hundehalter sollten keine langen Flexileinen benutzen, das kann sehr gefährlich werden. Sie sollten ihre Tiere im Straßenverkehr lieber kurz an der Leine halten“, rät die Radlerin aus Erfahrung. Doch auch alle Zweiradfreunde mahnt die Botschafterin zur Rücksicht: „Zum Beispiel dürfen sie nicht auf der falschen Straßenseite fahren, wenn’s zwei Radwege gibt.“

Ein paar Verbesserungsvorschläge für die Stadt hat Christel Kreischer auch parat: „Beispielsweise an der Klever Straße, nahe den Bereichen Rewe oder Friedhof. Dort sind die Radwege so alt und marode, dass es schon gefährlich ist, wenn man sie benutzt. Vor allem die Einfahrten mit den dicken Pflastersteinen sind Gefahren.“ Da hatte die Radelfreundin auch schon mal Rührei in der Einkaufstasche, wie sie berichtet.

Unschön für alle Radler sind die kombinierten Rad- und Fußwege: „Da klingelt man sich dumm und dämlich, weil Fußgänger oft nicht sehen, dass sie auf dem Radweg laufen.“ Von den Holländern könne man sich viel abgucken. „Die malen oft breite Schutzstreifen auf die Fahrbahn.“

Räder huckepack ans Auto

Im Juli geht’s wieder zum Bundesradsportreffen, diesmal nach Bonn. Dann braucht Christel Kreischer doch ‘mal ein Auto, das die Räder huckepack transportieren kann. „Dort fahren wir eine Woche lang alle möglichen schönen Routen ab. Auch ein Nebenprogramm mit Besichtigungen gibt es.“ Wir, das sind die Botschafterin samt ihrem Partner. Denn der Mann hat schließlich keine Chance, er radelt mit...