Moerser "Spoocha"-App hilft Spendengelder zu erlaufen

Katja Diemer und Ehemann David laufen mit den Kindern Justus (6) und Johanna (8) für den gutenZweck.
Katja Diemer und Ehemann David laufen mit den Kindern Justus (6) und Johanna (8) für den gutenZweck.
Foto: WAZ FotoPool
Laufen für den guten Zweck ist keine neue Idee. Aber mit „Spoocha“ (Sport organisiert Charity) hat der Sponsorenlauf eine neue Dimension gewonnen: Über das Internet können sich Interessierte anmelden und mit jedem Kilometer Geld erlaufen. Sogar Bundeswehrsoldaten im Ausland nehmen teil.

Moers.. Für einen, der erst vor zwei Jahren zum Laufen gekommen ist, dazu noch eher zufällig, ist David Diemer ganz schon gut unterwegs. Sehr regelmäßige zehn bis zwölf Kilometer können weh tun, morgens um 5.30 Uhr doppelt. „Early Bird Run“ nennen die Läufer das, der frühe Vogel halt. Um zu erklären, was den Moerser derzeit besonders antreibt, ist schon wieder ein englischer Ausdruck notwendig. „Charity“, Wohltätigkeit also.

Diemer und auch seine Frau Katja erlaufen mit jedem Kilometer Spendengelder für wichtige Sozial-Projekte. Die stemmt die Freddy-Fischer-Stiftung in Essen. Fischer, ebenfalls ein Moerser, hat unter anderem dafür mit findigen Partnern die Internet-Plattform „Spoocha“ entwickelt. Es läuft, um im Wortsinne zu bleiben. Freddy Fischer sagt: „Ich glaube, damit werden noch sehr viele Menschen sehr viel Spaß haben.“

Der gute Zweck ist wählbar

"Spoocha" ist die Abkürzung für Sport organisiert Charity. Es ist eine Art Sponsorenlauf 2.0 für jedermann. Denn das Prinzip kennen wir alle aus der Schule: Wer teilnimmt, sucht sich einen oder mehrere Sponsoren und kassiert pro erlaufenem Kilometer eine vereinbarte Summe, die dann für den guten Zweck gespendet wird. Der Unterschied: Bei "Spoocha" kann sich jeder Interessierte anmelden und aus den Stiftungsprojekten wählen, sogar eigene benennen und um Mitstreiter werben.

Die Abwicklung erfolgt direkt über das Portal, das sich mittlerweile auf dem besten Weg zu einem sozialen Netzwerk befindet.

Vor einem Jahr startete das Projekt

Vor gut einem Jahr begannen die Initiatoren um Freddy Fischer damit, über die sozialen Netzwerke Facebook und Strava eine so genannte Community aufzubauen. Eine Gruppe also, die sich für "Spoocha" und die Ziele interessiert, neue Projekte und Spenden-Wettbewerbe, so genannte – Achtung: wieder englisch – Challenges online und frei Haus geliefert bekommt. Mit einigen Hundert Facebook-Nutzern erreichen die Aktionen von "Spoocha" mittlerweile weit über 1000 Fans.

Und wie so oft, wenn viele Menschen weltweit Zugang haben, treibt dieses neue Angebot seltsame Blüten. Bei der letzten Challenge etwa lief ein Bundeswehrsoldat mit. Jeden Morgen drehte er seine Runden um das Camp in Afghanistan. Und auch die Diemers, die gern mal mit der ganzen Familie laufen, können Verrücktes berichten. „Ein Kollege an unserem irischen Standort Derry läuft ebenfalls für Projekte an Rhein und Ruhr“, erzählt der Produktmanager in einer Softwarefirma.

Die Idee funktioniert

Freddy Fischer, den Unternehmer aus Moers, macht das schon jetzt stolz. „Wie viele Menschen wir in so kurzer Zeit bereits zusammenbringen und bewegen konnten, ist absolut der Hammer. Aber wir sind noch am Anfang, auch mit unserem Portal, das wir jetzt noch professioneller aufstellen werden. Die Idee jedenfalls, den natürlichen Bewegungsdrang und den natürlichen Anspruch, Schwachen zu helfen, miteinander zu verknüpfen, funktioniert hervorragend.“

Das "Spoocha"-Motto lautet übrigens „Share your fortune“. Ist natürlich englisch und bedeutet soviel wie „Teile dein Glück“. Aber diese Formel ist ohnehin weltweit gültig.

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