Moerser soll im großen Stil Kaffeesteuer hinterzogen haben

Prozessauftakt gegen fünf mutmaßliche Kaffeeschmuggler.
Prozessauftakt gegen fünf mutmaßliche Kaffeeschmuggler.
Foto: Roland Weihrauch
Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kleve geht es um vier Millionen Euro, die eine Bande an Kaffeesteuern hinterzogen haben soll.

Moers/Issum/Kleve.. Das große Geld im deutsch-niederländischen Grenzverkehr, genauer gesagt, vier Millionen Euro Kaffeesteuer und ei­ne Million Euro Umsatzsteuer, soll eine Bande mit Firmensitz am Moerser Schlosspark hinterzogen haben. Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kleve stehen ab Dienstag fünf Angeklagte aus Moers, Issum, Hamburg und Isernhagen, denen Steuerhinterziehung und Hehlerei vorgeworfen wird.

Die Bande soll Kaffee in Holland ge- und in Deutschland verkauft haben, ohne beim Hauptzollamt die fällige Kaffeesteuer – 2,19 Euro für das Kilo Röstkaffee und 4,78 Euro für das Kilo löslichen Kaffee – zu entrichten. Rechnet man nach, so müssen nach Ansicht der Staatsanwaltschaft über 1000 Tonnen Kaffee, somit über zwei Millionen Päckchen, am Fiskus vorbei verkauft worden sein.

Angeklagte streiten Vorwürfe ab

Außerdem, so lautet der Vorwurf, sollen die Angeklagten zudem mit einer nur auf dem Papier existierenden Lieferkette dem Finanzamt vorgegaukelt haben, man hätte Anspruch auf Rückerstattung der Umsatzsteuer.

Die Angeklagten haben die Vorwürfe bislang bestritten oder gar nichts gesagt. Für den bis August dauernden Prozess sind zehn Verhandlungstage angesetzt.

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