Moerser Radwege könnten besser sein

Britta Röös und Volker Vorländer beim Radwege-Check.
Britta Röös und Volker Vorländer beim Radwege-Check.
Foto: WR
Moers trägt das Siegel „fahrradfreundliche Stadt“ – zu Recht? Die Redaktion machte sich mit Volker Vorländer, dem Sprecher der ADFC-Ortsgruppe, auf den Weg und radelte zu den neuralgischen Punkten des Moerser Radwegenetztes. Es gebe noch viel zu tun, so Vorländer.

Moers.  Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.“ Das denkt sich so mancher Radfahrer in der City, obwohl die Stadt seit 2010 Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte“ ist. „Leider gibt es aber noch viele Ecken, an denen gearbeitet werden muss“, so Volker Vorländer, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Moers und Neukirchen-Vluyn. Die Redaktion radelte mit ihm das Radfahrnetz in Moers ab.

„Der Titel fahrradfreundliches Moers gab mir damals Zuversicht, dass sich hier einiges ändern würde. Doch wenn ich mir die Filder Straße angucke, bin ich eher enttäuscht“, so Vorländer. Die viel befahrene Straße am Gymnasium Filder Benden ist auch eine Hauptstrecke von Kapellen in die Innenstadt. Sie sei als Schulweg unzumutbar und gefährlich.

Ein Beispiel: die Ecke Filder Straße/ Wörthstraße. Dort endet plötzlich der Radweg. Verständlich, so Vorländer, dass die Schüler lieber den Bürgersteig auf der falschen Seite benutzen, als auf der Straße mitten im Verkehr zu fahren. Der Umweg über die Fahrradstraße Zahnstraße am Park entlang ist den meisten zu umständlich.

Eltern kämpfen für die Freigabe

Ein Gutachten der Stadt aus dem Jahr 2010 ergab, dass Schüler lieber keinen als einen schlechten Radweg benutzten. Vorländer: „Die Eltern des Gymnasiums in den Filder Benden kämpfen dennoch für eine Freigabe des Bürgersteigs in beide Richtungen zwischen der Wörthstraße und der Schule. Dies wäre nicht ideal, aber immerhin eine Lösungsvariante.“

Noch ein Beispiel: die sanierte Kreuzung Homberger Straße/ Klever Straße. „Ich bin überrascht, wie gut es hier funktioniert, wenn man sich die irritierenden Markierungen anschaut.“ Auf der Homberger Straße zwischen Klever Straße und Horten-Haus gibt es einen Radweg auf dem Bürgersteig und einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn. Auch die Linien, wo der alte Radweg vom Bürgersteig auf die Straße führt, seien unübersichtlich.

Eine weitere Schwachstelle des Radnetzes sei die Krefelder Straße. Hier sei der Radweg in beiden Richtungen in sehr schlechtem Zustand, ebenso wie der an der Bahnhofstraße in Kapellen. Die Gefahr: der schmale Weg ist für beide Richtungen freigegeben und zudem an manchen Stellen zugewachsen. Des Weiteren sei auch die Beschilderung lückenhaft.

In den rund zwölf Jahren als Ortsgruppensprecher hat Vorländer mit dem ADFC dennoch viel für die Verbesserung des Radfahrnetzes erreicht. So ist er mit der neuen Kreuzung an der Rheinberger Straße in Höhe der Trotzburg zufrieden. Dort gebe es endlich Trennstreifen zwischen parkenden Autos und den Radlern. „Ein Radler muss einen Mindestabstand zu parkenden Autos einhalten.“

Lob für die Trotzburg-Kreuzung

Auch die neuen Einfahrten mit den abgeschrägten Randsteinen hebt er positiv hervor. „Früher machte man eine richtige Berg- und Talfahrt, wenn an Einfahrten der gesamte Fahrrad- und Fußweg abgesenkt war.“ Heute benutze man an solchen Stellen die abgeflachten Randsteine, was einen störungsfreien Radweg bedeute.

„Ich verstehe das nicht. Die Stadt weiß doch anscheinend, wie man fahrradfreundlich baut. Weshalb funktioniert es nicht, dass auch in Kapellen diese Pläne vernünftig umgesetzt werden“, so Vorländer. „Ich hoffe, dass der neue Bürgermeister Verständnis für unsere Sorgen hat. Er fährt schließlich selber viel Fahrrad.“

 
 

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