Moerser Initiative bleibt unter Hochspannung

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Kampf gegen 380 Kilovolt-Trasse geht weiter. Misstrauen gegen Energiedienstleister Amprion

Moers..  Auch nachdem der Energiedienstleister Amprion seine Pläne für den Ausbau der Stromtrasse im Moerser Norden auf Eis gelegt hat, bleibt die gegnerische „Bürgerinitiative Moers unter Hochspannung“ kämpferisch. Der Vorstand will Anwohner bei möglichen Einsprüchen gegen das Umspannwerk in Utfort juristisch unterstützen und weiter öffentlich gegen neue und stärkere Freileitungen trommeln.

In einer Versammlung der Initiative in der Altentagesstätte an der Waldeburger Straße schlug dem anwesenden Amprion-Sprecher Andreas Preuß offenes Misstrauen entgegen. Mehrere Sprecher hielten dem Unternehmen vor, nicht transparent zu handeln und die Sorgen und Beschwerden der Anwohner schlicht nicht ernst zu nehmen und zu ignorieren. Die bisherige Form der Bürgerbeteiligung sei Schein.

Bei Lärmmessungen etwa lasse Amprion eine Kontrolle durch die Anwohner des Umspannwerkes nicht zu. Dass an verschiedenen Stellen die jeweils erlaubten Werte nur knapp unterschritten werden, obwohl die Messstellen keine hundert Meter auseinanderliegen, mögen viele nicht glauben.

Was den Argwohn der Nachbarn ebenfalls schürt: Wird irgendwo eine Stromtrasse neu gebaut, muss der Abstand zur Wohnbebauung deutlich größer sein als in Utfort. Dass der Schutz der Nachbarn bei bestehenden Werken offenbar einen geringeren Rang einnimmt, ist für viele Utforter nicht nachvollziehbar: „Ein Umspannwerk wie dieses mitten im Wohngebiet würde Ihnen niemals wieder genehmigt“, hielten mehrere Redner Amprion-Sprecher Preuß entgegen.

Die Bürgerinitiative gegen den Trassenausbau genießt breite Unterstützung. Dafür sprechen nicht nur die 1500 Unterschriften, die die Mitglieder gesammelt haben. Rückenwind kommt auch aus der Politik. Mehrere Ratsfraktionen hatten Vertreter zur Versammlung geschickt. Ingo Brohl, Chef der CDU-Fraktion, erkannte zwar an, dass Amprion mit dem Transport von „grünem“ Strom von Nord- nach Süddeutschland ein gesamtgesellschaftlich gewolltes Ziel verfolge. Das Unternehmen werde jedoch scheitern, wenn es die Maßnahmen gegen den Willen der Bürger „durchpeitschen“ wolle.

Claus-Peter Küster (Grafschafter) schlug ein Verfahren für die Stromtrasse vor, wie es die Verwaltung bei größeren Bauvorhaben anwendet: Der Investor bezahlt das Gutachten, die Stadt sucht den Gutachter aus.

Die inzwischen 170 Mitglieder starke Bürgerinitiative will jedenfalls an allen Fronten kämpfen. Weitere Infostände sind geplant, in Kürze soll ein Runder Tisch mit Stadt und Politik zusammenkommen. Und für Anfang des Jahres ist eine Demonstration geplant.

 
 

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