Moerser Feuerwehrchef rät zur Vorsicht

Foto: Lars Fröhlich
Für Christoph Rudolph und die Wehrleute vom Jostenhof ist die Silvesternacht die turbulenteste des Jahres. Denn Raketen und Böller sind alles andere als ungefährlich.

Moers..  Auf eine lange Nacht bereitet sich die Feuerwehr in der Hauptwache am Jostenhof vor. „Silvester ist für uns immer die turbulenteste Nacht“, schildert Feuerwehrchef Christoph Rudolph. „Ab Mitternacht sind wir bis in den frühen Morgen pausenlos im Einsatz.“

Mit 70 bis 80 Einsätzen rechnen die Männer am Jostenhof auch dieses Mal wieder zu Silvester, „hinzu kommen mehrere kleinere Brände“. Die meisten endeten aber gottseidank glimpflich.

Vor allem die Teams der drei Rettungswagen haben reichlich zu tun. „Das Abbrennen des Feuerwerks sorgt jedes Jahr für Verletzte. Auch, weil die Leute oft alkoholisiert oder einfach nur leichtsinnig sind.“ Da würden Böller in Personengruppen geworfen oder Raketen gezündet, die nur in wackeligen Flaschen stünden. „Die Flaschen fallen beim Zünden um, und die Raketen nehmen Kurs auf Menschen...“

Von billigen Feuerwerkskörpern aus dem Osten gehe erhebliche Gefahr aus. „Man sollte unbedingt beim Kauf auf das BAM-Prüfzeichen der Bundesanstalt für Materialprüfung achten“, warnt der Feuerwehrchef eindringlich. Es gebe leider einen „grauen Markt“ für Billig-Böller. „Sie haben oft eine viel zu hohe Sprengkraft.“

Kinder beaufsichtigen

Auch wichtig: „Kinder müssen beim Abbrennen von Tisch- oder Kinderfeuerwerk unbedingt von Erwachsenen beaufsichtigt werden.“ Auch dabei herrsche schließlich Brandgefahr. Und am Tag danach: Nicht nur Kindern und Jugendlichen rät der Fachmann dringend davon ab, am Neujahrsmorgen nicht abgebrannte Knallkörper zu sammeln und zu zünden. „Mit dem Schwarzpulver ist wirklich nicht zu spaßen.“

Mancher schieße gar Raketen aus der Hand ab: „Die Böller und Raketen brennen mit sehr hohen Temperaturen ab, Verbrennungen aller Art sind daher in der Silvesternacht an der Tagesordnung.“ Die Bürger sollten auch darauf achten, dass während des Feuerwerks alle Fenster und Türen im Haus geschlossen sind, auch die Dachfenster. Leicht könne eine Rakete auf Fehlkurs ein Haus in Brand setzen: „Sie fliegt in die Gardine, und schon haben wir einen Großbrand.“ Rudolph weiter: „Ich weiß noch gut, dass auf diese Weise vor Jahren in einer Silvesternacht ein Bauernhof abgebrannt ist.“ Wer auf Nummer sicher gehen wolle, so rät Rudolph, brenne am besten auf einem Bauernhof gar kein Feuerwerk ab. „Dort gibt es bekanntlich immer viel Heu und Stroh, also viel leicht entflammbares Material. Und auch an die Tiere dort sollte man denken.“

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