Moers: Kammerchor begeisterte mit Johannes-Passion

Kammerchor, Solisten und Orchester begeisterten mit der Johannes-Passion in der Johanneskirche
Kammerchor, Solisten und Orchester begeisterten mit der Johannes-Passion in der Johanneskirche
Foto: Christoph Karl Banski
Konzertbesucher dankten der Leistung in der Johanneskirche mit minutenlangem Applaus

Moers..  „Das Grab, das Dir bestimmt ist und ferner keine Not umschließt, macht uns den Himmel auf und schließt die Hölle zu.“ Dies ist – sinngemäß – die ebenso positive wie optimistische Kernbotschaft der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Das hochdramatische, 1724 in Leipzig uraufgeführte Werk ist die musikalische Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema des christlichen Glaubens, dem Leiden und Sterben Jesu Christi. Ein Oratorium, das mit seinen insgesamt 11 Choralsätzen jeden Chor vor eine besondere Herausforderung stellt. Nach dem am 20. Dezember mit großem Erfolg aufgeführten Weihnachtsoratorium brachte der Moerser Kammerchor am Samstag in der Johanneskirche nun auch die, zuletzt im Jahr 2000 gesungene, Johannes-Passion auf die Bühne.

Strenge Regeln

Dabei wurden die rund 80 Sängerinnen und Sänger vom Orchester „Camerata Louis Spohr“ aus Düsseldorf sowie den Solisten Elisa Rabanus (Sopran), Esther Borghorst (Alt), Mark Heines (Tenor), Gregor Finke, (Bass) und Sebastian Neuwahl (Bass) unterstützt: „Wir haben dieses Werk vor allem wegen seiner besonderen Dramatik und seiner optimistischen Botschaft ausgewählt. Aber auch deshalb, weil dabei der Chor von Anfang bis Ende in den Handlungsablauf eingebunden ist und eine tragende Rolle spielt“, erklärt Chorleiter Klaus-Peter Pfeifer. Geprobt wurde – parallel zum Weihnachtsoratorium – insgesamt ein gutes Jahr.

Wie streng dabei die Regeln sind, musste zum Beispiel Chormitglied Peter Boschheidgen erfahren: „Wer zu oft die Proben schwänzt, darf nicht mitsingen“, sagte er und freute sich trotzdem auch als Zuhörer am Gesang der Anderen.

Wie aus einem Guss

Ein stets präsenter Chor wie aus einem Guss, Intonation und stimmliche Präsenz der Solisten sowie ein werkgetreu musizierendes Orchester ließen den Abend für die Konzertbesucher zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

„Leider ist dies definitiv das letzte Konzert in der Johanneskirche, da anstehende Umbauten eine weitere Nutzung als Konzertraum unmöglich machen“, bedauert der Vorsitzende des Kammerchors, Titus Heck. Allerdings bestehe eine „realistische Perspektive“, demnächst wieder in der derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossenen Stadtkirche in Moers konzertieren zu können. Mit der Johannes-Passion bewies der Moerser Kammerchor jedenfalls einmal mehr, dass er zu den großen Konzert- und Oratorienchören der Region – und darüber hinaus – gehört.

Das Publikum in der vollbesetzten Johanneskirche bedankte sich denn auch für diese Leistung mit minutenlangem Applaus.

 
 

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