Moers: Die Not der Ärmsten lindern

Wolfgang Angershausen (links) und Rainer Tyrakowski-Freese.
Wolfgang Angershausen (links) und Rainer Tyrakowski-Freese.
Foto: Funke Foto Services
Netzwerk-55-plus und Diakonie unterhalten Projekte für eine bitterarme Region in Westrumänien.

Moers..  Fast unvorstellbar: Menschen, die in Lehmhütten hausen oder in maroden Häusern mit Plastikfolie an den Fenstern. Familien, die weder Geld für Feuerholz noch für Strom haben und Hunger leiden müssen. Das alles gibt es noch in Rumänien. Nachdem die Grafschafter Diakonie dort seit drei Jahren Hilfe vor Ort leistet, wollte die Gruppe Netzwerk-55-plus der evangelischen Kirchengemeinde Meerbeck nicht länger abseits stehen. Für die neuen Hilfsprojekte werden jetzt tatkräftige Helfer und Sponsoren gesucht.

„Wir waren Anfang Januar dort, um zu sehen, was fehlt“, berichtet Wolfgang Angerhausen vom Netzwerk. Die Gruppe sei schockiert gewesen. „Dass es so ‘was in Europa noch gibt...“. Viel Mutlosigkeit herrsche unter den Menschen. Denn es mangele an allem. „Wäsche hing in den Sträuchern zum Trocknen. Menschen schlafen auf dem Boden.“

Nationalität gewechselt

Dazu erklärt Rainer Tyrakowski-Freese, Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie: „Es handelt sich um die Grenzregion zu Ungarn, die durch die Weltkriege mehrfach die Nationalität wechselte. Dort leben zu 50 Prozent Ungarn – weshalb die Region eben auch gern vom Staat vergessen wird.“ Waren, die Geld kosteten, seien unerschwinglich für die Bewohner.

Akute Not lindern daher Projekte, bei denen beispielsweise eine Familie für 20 Euro im Monat täglich Brot vom heimischen Bäcker bekommt. Dazu werden noch Familienpaten gesucht. Gesammelt werden auch Pakete mit Grundnahrungsmitteln wie Nudeln, Reis, Margarine, Zucker, Öl, Salz, Konserven, Schokolade und Tee. Daneben soll auch nachhaltige Hilfe geleistet werden. Wie mit dem Waschsalon, wo die Menschen ihre Wäsche waschen, trocknen, flicken und nähen können. Damit die Hausgärten nicht länger brach liegen, werden auch Saatgut und Gartengeräte sowie Werkzeuge zum Hausbau benötigt. Aber auch gut erhaltene Kleidung für Kinder und Erwachsene sowie Betten und Matratzen fehlen in Rumänien.

Damit die Hilfe auch an der richtigen Adresse ankommt, arbeiten das Netzwerk und die Grafschafter Diakonie mit der reformierten Kirche in Rumänien zusammen. Anfang April soll der nächste Hilfstransport rollen. „Dazu brauchen wir auch noch Spender, die das Benzin und den LKW zahlen.“ Dringend gebraucht werden darüber hinaus aktive Helfer, die in Meerbeck mit anpacken.

 
 

EURE FAVORITEN