Moers: Chormusik, die unter die Haut geht

Der Kammerchor trat in der evangelischen Stadtkirche auf.
Der Kammerchor trat in der evangelischen Stadtkirche auf.
Foto: FUNKE Foto Services

Moers..  Es war allein schon ein beeindruckendes Bild , das sich dem Besucher des Abendkonzerts mit den gut 80 Sängerinnen und Sänger des Moerser Kammerchores und den Musikern der Düsseldorfer „Camareta-Louis-Spor“ mit Profimusikern der besten rheinischen Sinfonie-und Rundfunkorchester am Samstag in der Stadtkirche bot.

Einer von ihnen war Dimitri Pichugin, der die Viola spielte und schon vor Beginn des Konzerts den „guten Klang“ lobte. Ein Jahr und fünf Monate hatte das Kammerchor-Ensemble – auch bedingt durch die Arbeiten an der Kirche – an einem der schönsten und beliebtesten Orchesterwerke der Romantik gearbeitet. Umso verständlicher, dass Chormitglied Eva Köhne bedauerte, wegen ihrer Erkältung nicht dabei sein zu können, sich aber auf die Aufführung an sich freute. „Das Zusammenspiel von Chor und Solisten ist fantastisch“, deutete sie bereits vorher an, welche Klangqualität zu erwarten war.

Das 1846 uraufgeführte „Elias“-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy sei ein ganz besonderes Stück, meinte Dirigent Klaus-Peter Pfeifer kurz vor Beginn: „Es verzaubert, hat seinen hymnischen Charakter, geht unter die Haut, ist Romantik pur. Dabei ist es anspruchsvoll, hat Dramatik, es ist immer ‘was los und man muss immer noch mehr rauskitzeln“, umschrieb er sehr treffend das Wesen und die Herausforderung des Werks.

In den folgenden zweieinviertel Stunden gelang es den Sängern und den Musikern auf beeindruckende Art und Weise, diese verschiedenen Wesenszüge der Mendelssohnschen Komposition nach Worten des Alten Testaments, dass einzelne Episoden aus dem Leben des Propheten beschreibt, erfahrbar zu machen.

Im Zusammenwirken von Orchester und Chor überzeugten auch die vier Solisten. Dem Bariton Gregor Finke gelang es in der Rolle als „Elias“, die verschiedenen Stimmungen der Hauptfigur herauszuarbeiten. Aber auch seine Kollegen Johannes Klüser (Tenor), Esther Borghorst (Alt) und Anneli Pfeiffer standen ihm gesanglich in nichts nach.

Und die Selbstverständlichkeit, mit der der erst neunjährige Knabensopran Toni Sigfridssohn von der Kirchenkanzel aus seinen Part als Beobachter der von Gott herangeführten Regenwolken vorbrachte, sicherte ihm den gesonderten Applaus des begeisterten Publikums.

 
 

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