Mexiko trifft Kanada in Moers-Meerbeck

Mulit-kulti, international: Die Workcamp-Teilnehmer beim SCI.
Mulit-kulti, international: Die Workcamp-Teilnehmer beim SCI.
Foto: WAZ FotoPool

Moers..  Aus Kanada, Mexiko, Rumänien, Spanien, der Ukraine und weiteren fünf Ländern waren sie angereist – die elf jungen Frauen und drei Männer, die bis zum Wochenende 14 Tage in Moers beim SCI in Meerbeck in der Barbara-Schule zu Gast waren. Sie alle waren Teilnehmer eines so genannten Workcamps.

Diese Workcamps organisiert der SCI Deutschland seit Jahrzehnten weltweit. „Dahinter steht die Idee, dass man durch die gemeinsame Arbeit von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten Vorurteile abbauen will. Die Arbeit, die in diesen Camps geleistet wird, dient zudem einem sozialen Zweck“, erläutert Frank Liebert, stellvertretender Geschäftsführer des SCI Moers und Leiter der Jugend- und Ausbildungswerkstatt in der Barbaraschule.

Zum achten Mal war Liebert Gastgeber eines solchen „Camps“ in Moers. Begonnen hatte es mit der Mithilfe bei den Tummelferien, seit einigen Jahren helfen die Workcampteilnehmer in den OGS – den Offenen Ganztagsschulen – das Betreuungsangebot in den Sommerferien zu ergänzen. „Das ist ein ungeheurer Mehrwert für die Schulen“, ist sich Liebert sicher. Denn auch die Kinder in den Schulen bekommen so Kontakt zu Menschen anderer Nationalitäten. „Die Kinder sind unglaublich interessiert, löchern uns mit Fragen und hängen buchstäblich an uns“, erzählt Jenny, die gemeinsam mit Felix das Camp leitet, lachend. Absoluter Liebling der Kinder war dabei Patryk aus der Ukraine, der immer von einer Traube Kinder umgeben gewesen sei.

Sprachkenntnisse verbessern

„Ich habe Deutschland noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt“, erzählt Jill aus Kanada, die seit einem halben Jahr in Mannheim Politikwissenschaften studiert.

Die Erwartungen der Teilnehmer an ein solches Camp sind sich zumeist ähnlich. „Ich wollte meine Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch verbessern, Land und Leute kennen lernen und neue Kontakte schließen. Ich bin arbeitslos und will meinen Erfahrungshorizont erweitern, um so vielleicht bessere Chancen auf einen Job zu bekommen“, berichtet Viviana aus Italien, die mit 48 Jahren älteste Teilnehmerin des Camps. Sie hat gleich ihre beiden Töchter mitgebracht, die 15-jährige – und damit jüngste Workcamplerin – Fiammetta und die 18-jährige Susanna.

Die meisten ausländischen Gäste bei solchen Camps verfügen über Deutschkenntnisse, Campsprache ist Englisch. So mancher Teilnehmer erhofft sich Vorteile für den Beruf. „Ich bin Lehrerin“, erzählt Alba aus Katalonien (nicht Spanien, darauf legt sie Wert). „Es war für mich sehr interessant, in einer deutschen Schule zu arbeiten und etwas über das Schulsystem hier zu erfahren“. Sechs Stunden am Tag haben die Workcampteilnehmer ehrenamtlich in den Schulen gearbeitet. Dafür gab es freie Kost und Logis. Wobei das Essen selbst zubereitet werden musste. „Wir haben Küchenteams gebildet und abwechselnd gekocht.“

Klar, dass bei so vielen Nationalitäten auch das Essen international war. Besonders die Frikadellen von der Dänin Libe auf heimische Art zubereitet, fanden großen Anklang. Aber auch deutscher Kartoffelsalat kam gut an.

Zeit dazu, sich Moers und Umgebung anzusehen gab es auch. „Wir hatten so viel Glück mit unserem Gastgeber Frank Liebert, der uns viel gezeigt hat“, schwärmt Jenny, die schon an zahlreichen Camps teilgenommen – und auch ganz andere, deutlich schlechtere Erfahrungen gemacht hat. Die Gruppe war unter anderem beim Geleucht, im Moerser Schloss, im Bettenkamper Meer und sogar im benachbarten Ausland – in Venlo. „Moers ist eine schöne, kleine Stadt“.

Auch kulinarischer Austausch

Diese Erkenntnis nehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit in ihre Heimatländer, und viele neue Freundschaften und Kontakte, die – ganz im Sinne der Friedensbewegung des SCI – zu einem besseren Verständnis für andere beitragen werden.

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