Medientag zur digitalen Welt in Moers

Viele Kinder verbringen zuviel Zeit vor dem Computer.
Viele Kinder verbringen zuviel Zeit vor dem Computer.
Foto: Imago
  • Kinder- und Jugendbüro und Grafschafter Diakonie laden Fachkräfte ein
  • Es geht um Computerlust und -last
  • Kinder und Jugendliche sind 2017 Zielgruppe

Moers..  Reiz und Risiko der digitalen Welt: So lautet der Titel des 1. Moerser Medientages am Freitag, 28. Oktober im Rathaus. Es geht um ein Problem, das viele Kinder und Jugendliche, aber auch deren Eltern betrifft.

Britta Dietrich-Aust von der Drogenhilfe der Grafschafter Diakonie ist erstmals 2011 auf das Problem aufmerksam geworden, wie sie bei der Vorstellung des Medientages am Dienstag im Rathaus sagte: „Da kam eine Mutter zu uns und sagte, ihr Kind sitze zu lang vor dem Computer.“ Seitdem kümmern sich Diakonie und das Kinder- und Jugendbüro der Stadt um den richtigen Umgang mit neuen Medien.

Jugendliche gehen nicht zur Schule

Welche Auswirkungen eine Computersucht haben kann, weiß Christoph Olders, der ebenfalls bei der Drogenhilfe arbeitet: „Jugendliche vernachlässigen ihre Hobbys, gehen nicht zur Schule, essen kaum etwas oder etwas Falsches, und manchmal gehen sie auch nicht mehr auf die Toilette.“ Seit der Begegnung mit der besorgten Mutter sind einige Jahre ins Land gegangen. Die Stadt bietet seit 2012 immer wieder Workshops zur Medienkompetenz an.

Mit dem 1. Moerser Medientag soll zunächst ein Fachpublikum angesprochen werden, wie Mark Bochnig-Mathieu vom Kinder- und Jugendbüro berichtet: „Lehrer, Sozialarbeiter und pädagogische Kräfte können zum Beispiel das Angebot nutzen, der Inhalt des Fachtages ist darauf abgestimmt.“ Unter anderem geht es um die Beratung von Eltern, die Faszination von Computerspielen aber auch um Mobbing im Netz. Von den 80 Plätzen sind bereits 45 besetzt.

Lena Brandau, die Leiterin des Kinder- und Jugendbüros, denkt aber schon weiter: „Im kommenden Jahr wollen wir den Medientag dann vor allem für Kinder und Jugendliche anbieten.“

Die Suche nach den Ursachen für Computersucht beschränkt sich für Britta Dietrich-Aust übrigens nicht nur auf die Kinder und Jugendlichen: „Die Eltern haben auch hier eine Vorbildfunktion. Wenn Vater oder Mutter zum Beispiel bei gemeinsamen Mahlzeiten ans Handy gehen, machen das die Kinder auch.

Ihr Kollege Christoph Olders beobachtet in letzter Zeit allerdings auch eine Art Selbstregulierung: „Bei 900 Nachrichten am Tag kommen viele in einen regelrechten WhatsApp-Stress, diese Reizüberflutung führt auch zur Selbsterziehung.“

 
 

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