Markus Nacke macht es jetzt

Der neue Fraktionschef hat klare Vorstellungen, was er mit seiner Fraktion künftig bewegen möchte.
Der neue Fraktionschef hat klare Vorstellungen, was er mit seiner Fraktion künftig bewegen möchte.
Foto: WAZ FotoPool

Neukirchen-Vluyn.  Markus Nacke sitzt entspannt an einer Sitzgruppe im Café Nacke. Eine Tasse Kaffee und ein belegtes Brötchen dienen der Energiezufuhr. Seit Mittwoch ist der 38-Jährige offiziell Fraktionsvorsitzender der Neukirchen-Vluyner Christdemokraten. Mit Beginn des neuen Jahres ist die Verantwortung auf ihn übertragen worden, bis Mai stärkt ihm Klaus Franzen, sein Vorgänger, als zweiter Stellvertreter den Rücken. „Ich finde es wichtig, dass Erfahrung erhalten bleibt“, erklärt Markus Nacke. Und dass er noch ein wenig von der Erfahrung Franzens profitieren möchte.

Auch wenn Nacke im Städtchen mittlerweile schon fast zu den älteren Hasen im Politgeschäft zählen mag, dürfte er viele Fragen haben, die am neuen Amt hängen. Er wird noch mehr Zeit für seine ehrenamtliche politische Arbeit aufbringen müssen – so viel ist ihm schon klar.

Nicht nur vor diesem Hintergrund klingt eines seiner vorrangigen Ziele auch ungemein logisch. Markus Nacke möchte nach außen mehr Transparenz zeigen. „Das ist wichtig, weil ich mir davon erhoffe, dass der eine oder andere mehr Verständnis für Kommunalpolitik bekommt“, erklärt der Fraktionschef. Das zweite, was ihm am Herzen läge, sei, dass die Rahmenbedingungen in der Stadt weitgehend erhalten bleiben können.

Gerade dieses Anliegen dürfte in diesem Jahr eine der großen Herausforderungen für die Kommunalpolitiker gleich welcher Couleur werden. Der Haushalt befindet sich in einer enormen Schieflage, und vermutlich werden es die Bürger zu spüren bekommen, dass die vom Rat eingesetzte Haushaltskonsolidierungskommission dringend Sparpotenziale erarbeiten muss. „Da werden Dinge auf den Tisch kommen, die nicht ganz so schön sind“, kündigt Nacke an.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es weh tun werde, sei da. Gleichwohl hofft er, dass die Maßnahmen, die zur Konsolidierung des Haushaltes notwendig werden, von einer breiten Mehrheit im Rat getragen werden. Büchereien, Öffnungszeiten, öffentliche Angebote – „das sind Dinge, über die man sprechen muss“, sagt Nacke. „Keine populären Maßnahmen.“

Mit Blick auf die allgemeine Rats­arbeit wünscht er sich mehr Gelassenheit, wie er sagt. „Dieses wilde Wedeln mit Anträgen halte ich für nicht zielführend“, betont der Fraktionschef.

Bis zum Mai werden sich die Damen und Herren des Rates noch in dieser Zusammensetzung über die Themen streiten. Wer dann auf den Stühlen im Ratssaal Platz nimmt, wird man sehen. Bis dahin dürften die Sitzmöbel wenigstens wieder aufgestellt und eingeräumt sein – derzeit ist der Saal leer, Tische und Stühle stehen draußen auf den Fluren in der ersten Etage, wo gerade Platz ist. Auch in diesem Saal musste saniert werden.

Aber das ist ein anderes Thema. Obwohl auch eines, über das politisch entschieden werden musste. Wie über die Sanierungsmaßnahmen am Julius-Stursberg-Gymnasium. An der aktuellen Verzögerung habe man ja nichts ausrichten können, sagt Nacke mit Blick auf das Verfahren, das an der Vergabekammer anhängig war. Fakt ist: Dadurch, dass Kersting & Gallhoff geklagt haben, hat die Stadt wenigstens ein halbes Jahr verloren. Die Ausschreibung musste erneut raus.

Und die Kulturhalle? „Ich bin froh, dass wir eine Lösung haben, die alle mitgetragen haben“, sagt Nacke. Teuer ist sie allemal, diese Lösung, aber vermutlich unumgänglich, wenn man die Halle überhaupt in diesem Jahr wieder für kulturelle Veranstaltungen öffnen möchte. Womöglich kann das im Mai geschehen. Aber allzu hoffnungsfrohe Aussagen hatte es dazu von der Stadtspitze bereits im vergangenen Frühjahr gegeben...

Bleibt unter anderem das Dorf, einen Steinwurf vom Café Nacke entfernt. „Wichtig ist für mich die Sicherstellung der Nahversorgung durch einen Vollsortimenter“, unterstreicht Nacke, sowie als zweite Facette die Belebung des Dorfes allgemein.

An Themen wird es also auch dem neuen Rat nicht mangeln.

 
 

EURE FAVORITEN