Markenzeichen für die kulturelle Qualität des Lebens in Moers

ImTheater spielt sich unser Leben ab. Es wird dort abgebildet, wir kommen darin vor. Die Grundkonflikte menschlicher Existenz werden thematisiert. Das Theater lotet die Spannungen gesellschaftlichen Zusammenlebens aus. Es bewegt Herz und Verstand, damit wir im Strudel der Zeit bestehen können. Unvergesslich ist mir meine Beteiligung etwa am „Scherbengericht“ bei einer Inszenierung der „Antigone“. Ich denke aber auch an eine Lesung aus einem Buch unserer verstorbenen Tochter Meike. Meine Frau und ich waren mittendrin und so bewegt und dankbar, das beinahe unmittelbare Miteinander mit ihr erleben zu können.

Seit 40 Jahren leistet das STM diese unverzichtbare Arbeit. Es ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden – und das im direkten Wortsinn: Wahr-Zeichen. Hier geht es um Wahrheiten des Lebens!

Das Theater schlug und schlägt Brücken in die Stadtgesellschaft hinein. Ich denke an Kooperationen auch mit den Kirchen zurück, als es um den Irak-Krieg ging oder das Gedenken an Gerhard Tersteegen, den großen Sohn der Stadt. Das Ensemble konnte das Schloss verlassen und an andere Spielorte in der Stadt gehen, um mit den Menschen Probleme des Alltags zu bedenken, mit denen alle zurechtkommen müssen: „Übergänge“ etwa, auch aus dem Leben in den Tod – und darüber hinaus?!

Das STM ist ein Markenzeichen für die kulturelle Qualität des Lebens der Stadt Moers geworden. So gratuliere ich dem Ensemble, allen dort Tätigen, den Regisseuren und Intendanten zu ihren bemerkenswerten Leistungen. Und nicht zuletzt sei den politisch Verantwortlichen gedankt und gratuliert zu Mut, Weitsicht und finanziellem Engagement, die das segensreiche Wirken des STM ermöglichen. Ad multos annos – auf noch viele Jahre!
Nikolaus Schneider, früher Pfarrer in Moers und ehemaliger EKD-Vorsitzender

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel